Die Jury war beeindruckt von der herausragenden Qualität und Vielfalt der Gärten und spürte beim Rundgang auch die Begeisterung und die Leidenschaft der Hobbygärtner. „Ein wahres Naturparadies“, „ein vielfältiger Traumgarten mit zahllosen Naturelementen“ oder ein „Grundstück der Superlative mit Eigenversorgung ohne Chemie“ lauteten nur einige der herausragenden Bewertungen und eine handgefertigte Plakette ziert nun diese Gärten mit Vorbildcharakter.

Pflege und Toleranz

Kulisse für die Siegerehrung zu dem Wettbewerb „Natur im Garten“ war der Garten von Nina und Heiko Köberich in Westheim. Die übrigen Gartenbesitzer waren begeistert von der Großzügigkeit und Weitläufigkeit des Gartens sowie der Mischung zwischen intensiverer Pflege und Toleranz. „Das wir heute auch noch die Prämierung in einem der Teilnehmergärten ausrichten dürfen, ist das i-Tüpfelchen auf unseren Wettbewerb Natur im Garten“, zeigte sich Geschäftsführer Guntram Ulsamer stolz und Christina Schnös umrahmte die Prämierung musikalisch.

„Wir wollen noch mehr Menschen von der Notwendigkeit natürlicher Gärten und deren Vorteile überzeugen. Unser aller Ziel muss es sein, in einem gesunden Wohnumfeld zu leben und gleichzeitig auch Lebensraum und Nahrungsangebote für die heimische Tierwelt anzubieten“, betonte Landrat Wilhelm Schneider in seiner Funktion als Vorsitzender des Kreisverbandes für Gartenbau und Landespflege. Genau diesen Zweck verfolge der Wettbewerb „Natur im Garten“.

Leider hätten die Menschen oft ein mehr oder weniger großes Bedürfnis nach Ordnung und Sauberkeit – auch im Garten. Das führe oft zu „sterilen, monotonen Grünflächen, bestehend aus einem regelmäßig geschnittenen Rasen und einer Hecke aus exotischem Gehölz. Von Vielfalt und Kreativität fehlt jede Spur.“

„Die Corona-Krise hat die Hoffnung geschürt, dass mehr Menschen sich von sterilen Gartenanlagen abwenden und sich aus ihrem Garten selbst versorgen. Dies schont die Umwelt und bietet dem Gartenbesitzer ein besonderes Erfolgserlebnis“, betonte Landrat Schneider.

Die Jury und die kleine Kommission, die die Gärten besuchte, bestand aus Helge Langer und Harald Amon (Bund Naturschutz ), Irene Hüttner, Karin Limpert und Werner Lambach (Kreisverband) sowie den Geschäftsführern Guntram Ulsamer und Johannes Bayer.

Bauerngarten und Bienen

Die Grundstücke waren sehr vielfältig und zeigten in der Gemeinde Oberaurach eine ehemalige Mühle mit einem großen Bauerngarten sowie Hühnern und 20 Bienenvölkern . Ruth Beck konnte mit dem Erbe ihrer Mutter gar nicht viel anfangen und wollte beides aufgeben. „Dies gelang nur drei Monate, da die gekauften Eier nicht meiner Geschmacksvorstellung entsprachen. Deswegen besitze ich heute mehr Hühner und Gänse als meine Mutter damals“, war ihre Motivation für ein traditionelles und nachhaltiges Wirtschaften.

Andrea und Jochen Grass zeigten in Ebern, dass man auch ein riesiges, 6000 Quadratmeter großes Grundstück abwechselnd und terrassiert mit intensiven und naturnahen Flächen gestalten kann.

Aber nicht die Größe des Grundstücks ist entscheidend. Dies zeigten Elisabet und Peter Trocheris mit ihrem denkmalgeschützten Anwesen auf einer Fläche von nur 500 Quadratmetern im Ortszentrum von Uchenhofen. Der kleine, 300 Quadratmeter große Innenhof des frisch renovierten Fachwerkhauses präsentiert sich als wilde Naturoase.

Ausgezeichnet

Folgende Gartenbesitzer wurden mit einer Plakette und einem Blumenpräsent ausgezeichnet: Ruth und Ulrich Beck , Oberaurach; Rita und Heinz Bulheller, Hainert; Jutta und Werner Elflein, Heubach; Luitgard und Ludwig Klarmann, Hofheim; Claudia und Bernhard Kühnel, Ebern; Adelgunde Schmitt und Baldur Arbes, Ebern; Andrea und Jochen Grass, Ebern; Heike Wegmann-Haubensack und Claus Haubensack, Lendershausen ; Nina und Heiko Köberich, Westheim; Ute und Willy Krämer, Gädheim; Cornelia Müller , Pfaffendorf; Elisabet und Peter Trocheris, Uchenhofen; Rosalinde Schraug, Reutersbrunn; Georg Wohlfahrt-Mtznegg, Bundorf.