Mit mehreren Faustschlägen hat ein 35-jähriger Arbeitsloser aus dem Maintal im Dezember 2019 einen Security-Mitarbeiter in einer Diskothek in Haßfurt brutal zusammengeschlagen. Der Geschädigte erlitt einen komplizierten Nasenbeinbruch, der unter Vollnarkose operiert werden musste. Außerdem hatte er ein blaues Auge und weitere Verletzungen. Am Mittwoch verurteilte das Amtsgericht Haßfurt den Schläger zu einer einjährigen Bewährungsstrafe . Im Urteil enthalten ist eine Bewährungsstrafe , die der Angeklagte im vergangenen Jahr wegen einer Falschaussage erhalten hatte.

Vor Gericht räumte der Angeklagte über seinen Anwalt Stefan Wagner die Tat ein. Etwas anderes blieb ihm auch nicht übrig, denn eine Videokamera hatte den Gewaltausbruch gegen 4.30 Uhr morgens aufgezeichnet. Zu diesem Zeitpunkt hatte der Angeklagte nach eigener Aussage mehr als eine Flasche Whisky intus. Zusammen mit fünf Freunden hatte man auf die Geburt einer Tochter eines der Anwesenden angestoßen. Gegen 4.30 Uhr morgens bat der später geschädigte Security-Mitarbeiter die Feiernden, sich in einen anderen Teil der Diskothek zu begeben, da die Disco aufgrund der wenigen Gäste teilweise geschlossen werden sollte.

Dies missfiel den Feiernden. Sie zogen ihre Jacken aus, legten Handy und Geldbeutel auf den Tisch und gingen auf den 24-jährigen Sicherheitsmitarbeiter zu, sagte dieser im Zeugenstand. „Die Stimmung war aufgeheizt. Ich rechnete mit einer Schlägerei “, fügte er hinzu – und er sollte recht behalten.

Einer der Feiernden, gegen den zuvor bereits mehrfach ein Hausverbot verhängt worden war, baute sich vor dem Geschädigten auf, bis sich beide Nase an Nase gegenüberstanden. „Du hast mir gar nichts zu sagen“, ließ er den 24-Jährigen wissen. In diesem Augenblick schlug der Angeklagte von hinten unvermittelt zu und traf die Nase des Geschädigten, die sofort stark blutete.

Doch damit fing die Schlägerei erst an. Ein anderer Discobesucher, der ebenfalls auf der Anklagebank saß, zog den Sicherheitsmitarbeiter von hinten nach unten. Der Angeklagte prügelte weiter auf sein Opfer ein, bis wenig später die Polizei eintraf. Am nächsten Tag wurde der Geschädigte anonym mit Konsequenzen bedroht , falls er Anzeige erstatten sollte. Er tat es trotzdem und konnte nach eigener Aussage deshalb mehrere Monate lang schlecht schlafen.

„Bei Bedrohung verdoppelt sich die Strafe“

Dies stieß dem Vorsitzenden Richter Christoph Gillot sauer auf: „Bei Bedrohung verdoppelt sich die Strafe “, ließ er den Angeklagten wissen.

In der Verhandlung ließ sich jedoch nicht ermitteln, von wem die Bedrohung ausgegangen war, da zwei verdächtige Zeugen vor Gericht Erinnerungslücken geltend machten, obwohl ihnen der Vorsitzende bei lückenhafter Aussage Beugehaft androhte.

Der 35-jährige Schläger, der zur Tatzeit nicht vorbestraft war, entschuldigte sich vor Gericht bei seinem Opfer. Bereits im Vorfeld hatte er ihm 1000 Euro Schmerzensgeld gezahlt. Er sei selbst erschrocken, als er seine Tat im Video sah. „Ich bin eigentlich ein liebevoller Mensch“, meinte er.

Der Vorsitzende verurteilte ihn wegen gefährlicher Körperverletzung , da die Tat gemeinschaftlich ausgeführt wurde. Als Auflage muss der Verurteilte 50 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten, ein Anti-Gewalt-Training absolvieren und weitere 500 Euro an den Geschädigten zahlen. Das Urteil ist bereits rechtskräftig.

Das Verfahren gegen den zweiten Angeklagten , der den Geschädigten von hinten umklammert hatte, wurde gegen eine Geldauflage eingestellt. Gegen einen anderen an der Schlägerei Beteiligten, der den Geschädigten ebenfalls geschlagen hat, wird in einem eigenen Verfahren ermittelt, da er derzeit in Haft sitzt.