Kommunale Problemlagen stärker in der Bundespolitik berücksichtigen, das ist das Ziel der Freien Wähler (FW) bei der Bundestagswahl 2021. Das hat sich auch Frank Helmerich auf die Fahnen geschrieben. Der Direktkandidat im Wahlkreis Bad Kissingen hat deshalb mehrere Thementreffen mit kommunalen Mandatsträgern auch im Landkreis Haßberge vereinbart. Gleichzeitig „tourt“ Helmerich durch Betriebe in der Region.

Klassische Wahlkampfveranstaltungen sind derzeit nur schwer möglich. Deshalb setzt Helmerich auf die gute Vernetzung der Freien Wähler in der Region und lädt zu Gesprächsrunden ein. So traf er sich kürzlich mit dem FW-Kreisvorsitzenden Christoph Winkler , Sascha Popp von den Jungen Freien Wählern , mit Zeils Drittem Bürgermeister Peter Pfaff, dem Landtagsabgeordneten Gerald Pittner , Aidhausens Bürgermeister Dieter Möhring , dem stellvertretenden Landrat Oskar Ebert , der WG-Kreisvorsitzenden Birgit Bayer und Rauhenebrachs Bürgermeister Matthias Bäuerlein .

Bei dem Treffen im Landkreis Haßberge landete man schnell bei einigen zentralen Anliegen von Frank Helmerich: Digitalisierung und Energiewende .

Die Schulen seien mittlerweile recht gut ausgestattet, sagte der 44-jährige Gymnasiallehrer und Kreisrat aus Bad Königshofen, doch beim Homeschooling hätten viele Familien noch mit einem schwachen Netz gekämpft. Von der Digitalministerin hätte er sich da mehr Druck auf alle Beteiligten gewünscht, meinte Helmerich und fügte hinzu: „Die Digitalisierung ist ein gutes Beispiel dafür, dass der ländliche Raum in den großen Konzeptionen zu wenig berücksichtigt wird.“ Neben der Hardware hänge die Digitalisierung der Schulen natürlich auch an den Lehrkräften. Wie es da mit der Verpflichtung zu Fortbildungen aussehe, fragte Bürgermeister Matthias Bäuerlein . Von der reinen Freiwilligkeit sei man da längst weg, antwortete Helmerich, inzwischen seien eigentlich alle Lehrkräfte fit gemacht. Bei der Software, etwa auch den Plattformen für Videokonferenzen, sei ganz entgegen der sonstigen Auffassung der Freien Wähler „ein bisschen mehr Zentralismus wünschenswert“, sagte der FW-Politiker.

Gesprochen wurde auch über die Installation von Raumluftgeräten für die Schulen. Derzeit laufen die Beschaffungen. Helmerich findet, solche Geräte zu nutzen sei momentan die praktikabelste Möglichkeit, auch im Winter Präsenzunterricht zu gewährleisten. Besser sei es jedoch, bei Neubauten oder Sanierungsmaßnahmen Lüftungsanlagen in die Gebäude einzubauen. Gleichzeitig steige natürlich der Energiebedarf durch die Lüfter, gab Helmerich zu bedenken.

Zum Thema Energiewende betonte die Fraktionsvorsitzende im Kreistag, Birgit Bayer , dass echte Bürgermodelle mit regionaler Wertschöpfung stärker zum Tragen kommen müssten. Deshalb sei es erfreulich, dass sich die Gesellschaft zur Umsetzung erneuerbarer Technologieprojekte im Landkreis Haßberge (GUT) nun neu aufgestellt habe. Die meisten der bisherigen privaten Projekte im Kreis seien doch eher die von Großgrundbesitzern in Kooperation mit einem großen Investor gewesen. Möglichst viele Dächer für Solaranlagen nutzen, das wollten dagegen die Freien Wähler , sagte Birgit Bayer . Gleichzeitig forderte sie auch mehr Anlagen für erneuerbare Energien im oberbayerischen Raum, „sonst wird das nix mit der Energiewende “.

Natürlich wurde das Thema Covid-Impfung angesprochen. Dabei machten alle Teilnehmer deutlich, dass die Basis der Freien Wähler geschlossen dafür stehe, eine hohe Impfquote zu erreichen und damit das gesellschaftliche Leben wieder zu mehr Normalität zu bringen. Dabei müsse allerdings Überzeugungsarbeit geleistet werden, statt massiven Druck auszuüben, der dann eher in eine gegenteilige Haltung bei skeptischen Menschen umschlage.