Seit dem Jahr 2006 wirkt Pfarrer Pater Rudolf Theiler seelsorgerisch in der katholischen Pfarreiengemeinschaft "Gemeinsam unterwegs - Ebern - Unterpreppach - Jesserndorf", also nunmehr seit 15 Jahren. Am heutigen 22. März kann der allem Neuen gegenüber aufgeschlossene und weit gereiste Geistliche seinen 70. Geburtstag feiern.

Geboren wurde Rudolf Theiler 1951 in Wohlmutshüll in der Fränkischen Schweiz, etwa drei Kilometer östlich von Ebermannstadt im Kreis Forchheim. Nach seinem Abitur 1972 am Kaiser-Heinrich-Gymnasium in Bamberg trat er in den Karmeliten-Orden ein. Das Noviziat verbrachte er in Springiersbach an der Mosel und studierte im Anschluss Theologie in Würzburg und Mainz. Seine Weihe zum Priester folgte am 20. Mai 1979 in Erlangen.

Bis ihn sein Weg 2006 nach Ebern führte, bekleidete der Jubilar verantwortungsvolle Ämter in der katholischen Kirche . Von 1979 bis 1983 war er Diözesankurat der Pfadfinder in Bamberg, seit 1990 ist er geistlicher Leiter der Cursillo-Bewegung in Bamberg. "Cursillo" ist in den 1940er Jahren auf Mallorca aus den Vorbereitungskursen auf die Jugendwallfahrt nach Santiago de Compostella entstanden.

Ferner war er von 1990 bis 2000 am Aufbau und der Vermittlung von Freiwilligendiensten für Brasilien und Indien beteiligt. Er war bis 1991 in Erlangen Kaplan und Pfarrer in der Pfarrei Heilig Kreuz als Prior des Konvents Heilig Kreuz sowie Direktor der Johannes-Akademie. Zudem wirkte er als Stadtjugendseelsorger bis 1991 in Erlangen, wo er die Bürgerpartnerschaft zwischen Erlangen und Jena mit begründet hat.

In der Provinzleitung in Bamberg wurde er 1991 Mitglied und zugleich auch Hochschulseelsorger und Leiter des Bildungshauses Marianum. 2001 führte ihn sein Weg als Pfarrer nach Burgwindheim, bis er schließlich, fünf Jahre später, Pfarradministrator für die Pfarreien Ebern , Unterpreppach und Jesserndorf wurde. Auch wurde er Dekanatsbeauftragter für pastorale Fortbildung im damaligen Dekanat Ebern sowie Präses der Kolpingsfamilie .

Zusatzausbildungen für Exerzitien, geistliche Begleitung und Organisationsentwicklung absolvierte Pater Rudolf Theiler. Er ist seit kurzem auch Pfarradministrator der Pfarrgemeinde Sankt Kilian und Weggefährten Pfarrweisach-Maroldsweisach.

Aufgrund seiner zeitweisen Lehrtätigkeit hat er mit Studenten des Ordens viele Länder bereist. Neben Indien und Brasilien auch Lettland, Estland, Litauen, Kenia und USA. In der Stadt Vladimir in Russland, etwa 190 Kilometer östlich von Moskau gelegen, begründete er eine Partnerschaft und gab dort Vorlesungen zum Thema "Kultur und Tradition in Deutschland". Der Geistliche runzelt seine Stirn und sagt: "Was da für Fragen von den Kommunisten kamen und welche Meinungen sie kundtaten, hat mich schon manchmal verwundert."

Die Pfarrgemeinde trägt ihn

Pater Theiler beschreibt, dass er sich in seiner jetzigen Pfarrgemeinde beheimatet und getragen fühlt. Im Pfarrhaus herrsche eine gute Atmosphäre und seine freundschaftlichen Kontakte mit der Bevölkerung, von der er vertrauensvolle Unterstützung und hilfreiche Zusammenarbeit erfahre, seien sehr gut und befruchtend. Seinen Worten zufolge erhofft er sich mehr Unterstützung "von oben", sprich von der Diözese. In diesem Zusammenhang bedauert der Pfarrer immer noch, dass vor Jahren Diakon Sven Stefan gehen musste, weil er vom damaligen Bischof vom kirchlichen Dienst suspendiert wurde, weil er heiraten wollte.

Pfarrer Theiler hat das damals im April 2014 an Gründonnerstag bei einer Abendmahlfeier der Gemeinde verkündet und die Diözese dafür kritisiert. "Dieser radikale Schnitt ist einfach nicht mehr zeitgemäß", hatte er gesagt. Es sei für ihn ein Schock gewesen, und heute noch ist er der Meinung, dass so eine Maßnahme "nicht in unsere Zeit und zum Glauben passt".

Der Pfarrer schätzt es sehr, dass er in seiner Pfarrei viele bereitwillige Mitarbeiter hat, die ihn in seiner seelsorgerischen Arbeit unterstützen. Zur Ausgestaltung von lebendigen Gottesdiensten werde gerne mitgearbeitet, lobt der Pfarrer . Begegnungen fänden auf Augenhöhe statt, Neues werde ausprobiert und auch die Ökumene sei stark belebt worden.

Stichwort Ökumene: Zu dieser Zusammenarbeit und der persönlichen Beziehung sagt Pfarrer Bernd Grosser, evangelischer Pfarrer in Ebern , dass sich Pater Theiler schon bei seiner Einführung vor 15 Jahren als Ökumeniker geoutet habe. "Beim Einführungsgottesdienst mit Eucharistie waren wir evangelischen Kollegen der Region wie selbstverständlich eingeladen und eingebunden. In all diesen Jahren habe ich mit Pater Rudolf gerne und gut zusammengearbeitet, zum Beispiel bei einer ganzen Reihe von ökumenischen Gottesdiensten (Biker-, Florians-, Freibad-, Schulanfängergottesdienste)." Die Zusammenarbeit ist so gut, dass sich die beiden Geistlichen schon bei öffentlichen Anlässen und Einweihungen gegenseitig vertreten haben, wenn einer von beiden nicht konnte.

Über die berufliche Zusammenarbeit sind sich die Pfarrer auch persönlich nahe gekommen und pflegen eine freundschaftliche Verbindung. "Daran hat auch unser gemeinsamer Freund Reverend Alan Stockbridge seinen Anteil, der uns vor einigen Jahren zu einer gemeinsamen Reise in seine südenglische Heimat eingeladen hatte", sagt Pfarrer Grosser.

Wunsch zum Geburtstag

Er fügt etwas nachdenklich hinzu: "Ich mache mir etwas Sorgen um Pater Rudolfs Gesundheit und bin froh, dass er mit Pastoralreferent Marcus Lüttke endlich hauptamtliche Unterstützung in der Pfarreiengemeinschaft gefunden hat."

Was ist der Wunsch an seinen katholischen Mitbruder: "Ich wünsche ihm von Herzen, dass er gesund bleibt und noch bereichernde Dienstjahre bis zum Ruhestand erleben darf", sagt Pfarrer Grosser. Rudolf Theiler kann die Worte seines evangelischen Amtsbruders nur bestätigen und unterstreichen, wie er erklärt.

Theiler ist dafür bekannt, dass er neuen Medien gegenüber sehr aufgeschlossen ist, was besonders an Impulsgottesdiensten, die während der Pandemie entstanden sind, deutlich wird. Schon zahlreiche Impulse wurden unter Mithilfe von Gemeindemitgliedern aufgezeichnet und über den Videokanal " Youtube " zur Verfügung gestellt. "Moderne Medien sind hilfreich, sie faszinieren und reizen mich, weil sie einfach, schnell und aktuell viele erreichen", sagt Theiler und fügt zu seinem heutigen Geburtstag an: "Aufgrund von Corona möchte ich derzeit weder feiern noch gefeiert werden."