Eigentlich hätte die Theatergruppe des Gesangvereins in diesem Jahr ihr 100-jähriges Bestehen gefeiert, da Anfang des Jahres aber noch nicht abzusehen war, wie sich die Coronasituation entwickelt, hatte man bewusst auf eine größere Feierlichkeit verzichtet. „Die werden wir dann im nächsten Jahr ausführlich nachholen“, versprach Regisseurin Maria Egglseder dem Publikum jedoch. So ganz wollte man auf das Jubiläum dann doch nicht verzichten, und so drehte sich in der neuen Komödie von Christian Ziegler alles ums Theater.

Unlust aufs Gründungsstück

Im Mittelpunkt der turbulenten Handlung stand das 100. Jubiläum eines Theatervereins, bei dem ausgerechnet das allererste Stück der Gründungstruppe „Die Rumpelwally vom Meineidhof“ auf die Bühne kommen sollte. Dumm nur, dass außer der Vereinsvorsitzenden Luitgard (Birgit Amling) und der Regisseurin Katharina (Issi Häußinger) niemand Lust hatte, es zu spielen. „Die Leute erwarten eine Komödie , grad zum Hundertjährigen“, zeigte sich Schauspielerin Barbara (Christine Krug) entsprechend besorgt.

Da Bühnenbildner Felix (Thorsten Kneuer) die Kulisse nicht fertig, Luitgards Mann Rudi (Georg Klarmann) die Kostüme fürs falsche Wochenende bestellt hatte und auch sonst schiefging, was schiefgehen konnte, geriet die Generalprobe zum Desaster. Als dann auch noch der Wunsch kam, das Stück auf Fränkisch zu spielen, reichte es den Verantwortlichen: „Das Stück spielt nun mal im alpenländischen Raum, und ein Annamirl oder ein Veverl sprechen halt nicht wie eine Bamberger Gärtnersfraa!“

„Ich bin gespannt, wie’s weitergeht“, war an mehreren Abenden im Freilichtfoyer vor der Mühle zu hören, denn schließlich stand im zweiten Akt die Premiere der „Rumpelwally“ an und die sollte nicht besser laufen. In bewusst gewollt und nicht gekonntem bayerischen Dialekt entspann sich in der Parodie auf alte Volksstücke eine hochdramatische Geschichte, an der selbst Ludwig Ganghofer seine helle Freude gehabt haben dürfte. Da liebte die Magd Annamirl (Bettina Fößel) den Bauernsohn Anderl (Michael Then), der aber auf Wunsch seiner Mutter (Birgit Amling), der titelgebenden Rumpelwally, die Bräustochter Genoveva (Martina Kneuer) heiraten soll: „Die Bräustochter von Affelfing ist die beste Partie weit und breit.“ Schließlich hatte ihr Vater Johann (Christian Ziegler) zusammen mit Wally schon vor Jahren einen bösen Plan ausgeheckt, um leicht zu Reichtum und Grundbesitz zu kommen.

Genoveva will dabei viel lieber den Wilderer Simmerl (Udo Busch) heiraten, der sich ständig mit dem Grenzsoldaten Anton (David Krüger) in den Haaren liegt. „Du wirst doch nicht glauben, dass ich mich vor so einem Zinnsoldaten wie dir fürcht, glei’ gehst in d’Mistgruam eini!“ Die verschlagene Hausiererin Rumtrager-Resi (Christine Krug) versucht derweil, von Johann und Wally Geld zu erpressen, andernfalls droht sie mit der Aufdeckung von Wallys Meineid, der seinerzeit verhinderte, dass die ledig geborene Annamirl als Tochter ihres verstorbenen Ehemanns anerkannt wurde. Annamirls Patentante Helene (Andrea Ullrich) bringt schließlich den Stein ins Rollen und sorgt für ein gutes Ende. „Was auch immer du machst, versuch dein Recht zum kriegen!“ So endet das Stück im Stück schließlich in bester Volksdrama-Manier.