RügheimAm vergangenen Sonntag – dem Gedenktag der Reformation – hatte das evangelisch-lutherische Dekanat – wie schon seit Jahrzehnten üblich – zu einem Festabend eingeladen, der einerseits den Gottesdienst mit Referat, andererseits einen Empfang mit Grußworten und Ehrung verdienter Mitarbeitender beinhaltet. Musikalisch wurde der Gottesdienst von Dekanatskantor Matthias Göttemann an der Orgel ausgestaltet. Den liturgischen Teil übernahmen neben stellvertretendem Dekan Jan Lungfiel die beiden Synodalpräsidenten Charlotte Seitz und Gerhard Koch.

Geistlicher Impuls

In seinen Ausführungen stellte der Prediger „den Urtext der Reformation “ in den Mittelpunkt, der das Thema Gerechtigkeit vor Gott zum Inhalt hatte. Lungfiel stellte klar, dass die für Luther frohmachende Erkenntnis „So halten wir nun dafür, dass der Mensch gerecht werde, ohne des Gesetzes Werke, allein durch den Glauben“ (Römerbrief) auch für uns heute noch genauso Gültigkeit habe wie im ausgehenden Mittelalter. Die Frage der Gerechtigkeit stelle sich in der heutigen Zeit beispielsweise bei der Corona-Pandemie, der Bildung, bei den demografischen Herausforderungen oder dem Klimawandel. „Wir tragen die Verantwortung für uns selbst und diesen Planeten. Jesus hat uns vorgelebt, wie wir uns dem Anderen zuwenden sollen ... wie wir versuchen sollen, gerecht zu handeln, weil Gott uns als Gerechte ansieht“, waren Lungfiels abschließende und zugleich mahnende Worte.

Vortrag

Für den Festvortrag hatte man Klaus Dotzer, den neuen Leiter des Afrika-Referats von Mission Eine Welt, gewinnen können. Sein gewähltes Thema lautete „Tansania – jetzt und in Zukunft mit Mission Eine Welt (MEW)“. Mit zwei Dutzend Bilderfolien brachte er den interessierten Zuhörern das afrikanische Land näher, zu welchem das Dekanat Rügheim in Mafinga langjährige Kontakte pflegt.

Die Grundidee der Ausführungen basierten auf dem Satz: „Wir lernen und wachsen gemeinsam in Christus mit unseren afrikanischen Partnern durch Personalaustausch und Projektarbeit mit uns anvertrautem Geld öffentlich-transparent und regel-basiert.“ Dotzer sagte, dieser Satz leite ihn bei seiner Arbeit bei der MEW an. Er sei zutiefst aussagekräftig für das Reformationsgedenken und die Zukunft der Erde. Es sei ein Weg, der sowohl Schwierigkeiten als auch Freuden bereite. Und wohl jeder Gottesdienstbesucher spürte etwas von dieser gelebten Freude, die den Referenten auszeichnet.

Ehrungen

Der zweite Teil des Abends fand dann in der „Alten Schule“ statt, wo es neben Grußworten durch Landrat Wilhelm Schneider und dem Bürgermeister der Stadt Hofheim Wolfgang Borst im Wesentlichen um die Ehrung verdienter Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen ging. Für 50 Jahre treue Dienste wurden sie mit Urkunde und Tontafel mit dem Segenswunsch des Dekanats und dem Siegel des Lammes ausgezeichnet. Es sind : Elisabeth Baier (Lektorin), Wolfgang Günzler ( Lektor und Kirchenvorsteher), Gerd Rügheimer ( Lektor ) und Renate Schmitt (Kirchenpflegerin).

Die Ehrung für 25 Jahre ehrenamtlichen Einsatz erhielten Michael Dürr (Gemeindehelfer), Margarete Fergusson (Gemeindebriefausträgerin), Werner Pohley (Kirchenvorsteher) und Michaela Stubenrauch ( Kinderarbeit und ökumenischer Arbeitskreis).