Knetzgau  —  Seit einem Jahr beschäftigen sich der gebürtige Rheinländer Marc Heinz und seine Kollegin Simone Kolb im alten Rathaus in Knetzgau mit Themen rund um den Main. Das auf zwei Jahre befristete Projekt wird vom Freistaat Bayern gefördert. Am Montag zogen die beiden Main-Experten Halbzeitbilanz während der Gemeinderatssitzung.

Den Projektnamen habe man von „GeMainsam“ auf „Netzwerk Main“ geändert, sagte Heinz, da es zu Verwechslungen gekommen sei. E-Mails seien an „GeMeinsam“ adressiert worden und beim falschen Empfänger gelandet. Viele Projekte wurden angestoßen oder dokumentiert, wie „50/1 der Rot-Main-Auen-Weg“, „223/1 Main und Wein – Viel mehr als ein Reim“, „380/1 Der Fledermausweg im Maintal“ oder „124/1 Hochwasserschutz Miltenberg“. Dabei steht die erste Zahl für den Flusskilometer, die zweite ist die Projektnummer.

Auch sieben Videos wurden gedreht, die auf der Homepage www.netzwerkmain.de angesehen werden können.

Das Jahr 2022 wurde zum „Aktionsjahr mein Main“ ausgerufen. Gesucht werden Kommunen, Vereine, Organisationen, Bildungseinrichtungen und Akteure, die sich mit eigenen Veranstaltungen und Angeboten beteiligen möchten. Damit solle ein Zeichen gesetzt werden, wie wichtig der Main für alle Regionen von den beiden Quellen bis zur Mündung ist.

Müll am Flussufer

Das Aktionsjahr startet mit der gemeinsamen Müllsammelaktion anlässlich des internationalen Weltwassertages am 22. März. In Knetzgau ist eine Müllsammelaktion am 18. März von 15 bis 17 Uhr geplant. Treffpunkt ist an den Feuerwehren in den Gemeindeteilen. Am 20. März folgt die Müllsammelaktion in Haßfurt von 13 bis 15 Uhr. Treffpunkt ist Am Alten Hafen 8, Bootshaus.

Weitere Themen im Aktionsjahr sind der Gewässerschutz, die Trinkwasserversorgung, Schleusenführungen sowie eine Ausstellung von Kunstwerken, die aus gefundenem Müll entstanden sind. „Wir wollen dem Main eine Stimme geben, die er nicht hat“, fasste Heinz das Ziel des Projekts zusammen. Beendet soll das Projekt nach zwei Jahren nicht sein. Falls eine staatliche Unterstützung ausbleibt, müssten andere Lösungen gefunden werden.

Hilfe für Flüchtlinge

Im zweiten Tagesordnungspunkt kam Bürgermeister Stefan Paulus auf den Krieg in der Ukraine und die Flüchtlingssituation zu sprechen. Aktuell leben in der Gemeinde zwölf Menschen, die aus der Ukraine geflüchtet sind. Es handelt sich dabei um Verwandte oder Bekannte von ansässigen Bürgern und die Unterkünfte wurden privat organisiert.

Viele Bürgerinnen und Bürger würden Wohnraum zur Verfügung stellen, so dass die Gemeinde gut auf ankommende Flüchtlinge vorbereitet sei. Als Koordinator hat sich Karl Weißenberger aus Oberschwappach zur Verfügung gestellt. Auszahlungen an die Geflüchteten erfolgen in den ersten 13 Monaten in bar durch die Gemeinde.

Als größere Kommune muss Knetzgau Flüchtlingsunterkünfte beispielsweise in Pfarrheimen oder Turnhallen für mindestens 20 Personen vorbereiten. Bürgern, die Wohnraum zur Verfügung stellen, werde Miete und Kaution gezahlt, so Paulus. Benötigt werden noch Waschmaschinen, Kühlschränke, Betten und Fernseher. Alle Flüchtlinge müssen sich umgehend im Einwohnermeldeamt registrieren lassen, um Leistungen beantragen zu können. Bis zur Auszahlung der Leistungen erhalten sie ein Handgeld in Höhe von 30 Euro pro Person.

Paulus bittet alle Hilfswilligen, sich auf Hilfe vor Ort zu beschränken. Es sollten keine privat organisierte Fahrten in Richtung Osten unternommen werden, um eigenmächtig Flüchtlinge nach Knetzgau zu bringen, da dann die Gemeinde für die Unterbringung zuständig sei.

Auch der Gemeinderat spendet

Spenden können auf folgende Konten eingezahlt werden: Bei der Sparkasse: IBAN: DE90793501010000110031, bei der Raiffeisenbank: IBAN: DE52793631510000600539.

Auch der Gemeinderat entschied sich auf Vorschlag von Bürgermeister Paulus, 5000 Euro zu spenden. Neben Geld- und Sachspenden können auch Hilfeleistungen wie beispielsweise der Transport und der Aufbau von Möbeln von ehrenamtlichen Helfern geleistet werden. Konkret müssten Möbel von Möbel ZAK in Hofheim geholt werden. Wer hier Kapazitäten frei habe, solle sich melden.