Eckehard Kiesewetter

Ebern  — Eigentlich hätte die Einweihung des umgestalteten Gotteshauses eine seiner letzten Amtshandlung in Ebern werden können. Schuld daran, dass es nicht so kam, trägt die Pandemie. Jetzt hinterlässt Pfarrer Bernd Grosser der Gemeinde ein Bauprojekt , das etwa 700.000 Euro kosten wird.

Die Betonsanierung des Kirchturms ist abgeschlossen, Kanalarbeiten und eine Behindertenrampe sind erstellt. Auch der Kirchenraum ist leer geräumt. Freiwillige haben da kräftig angepackt.

Und Ehrenamtliche sind es auch, die jetzt in einem Bauausschuss die Baubegleitung und damit Verantwortung übernehmen. Leiter ist Matthias Schad. Die meisten Gemeindemitglieder kennen ihn als ehrenamtlichen Kirchenmusiker, doch im Hauptberuf ist er Bautechniker. Also ein Mann vom Fach.

Die Aufträge an Firmen sind vergeben, so dass man sich einigermaßen sicher fühlt, der Kostenexplosion am Bau zu entkommen. Natürlich gibt es Zuschüsse. Doch viel wird an der Gemeinde hängenbleiben. Zur Finanzierung haben Ehrenamtliche ein Fundraising-Projekt gestartet. Vermutlich wird man ein Grundstück neben dem evangelischen Gemeindehaus verkaufen müssen. „Das zögern wir so lange wie möglich hinaus“, sagt Grosser.

Nach 60 Jahren hat sich die Kirche eine Frischekur redlich verdient. Der Kirchenraum erhält einen barrierefreien Zugang, verkürzte Kirchenbänke schaffen Fluchtwege und die Elektroinstallation wird aufgerüstet. Spezielle Beleuchtungselemente, „Wallwasher“, werden installiert, um die weißen Innenwände fortan je nach Anlass und Thema des Gottesdienstes in stimmungsvolle Farbtöne zu tauchen. Die Toiletten werden saniert und durch ein Behinderten-WC ergänzt.

Als Innovation wird ein Nebenraum als Meditationsraum geöffnet, im Entree der Kirche entsteht ein Thekenraum für den Kirchenkaffee nach dem Gottesdienst und es wird eine Art „Clubraum“ geben. „Wir sind in der glücklichen Lage, viel Platz zu haben“, sagt Grosser.