Auf der einen Seite steht der demografische Wandel: die Bevölkerung wird immer älter, die Einwohnerzahlen gehen langfristig zurück. Auf der anderen Seite gibt es aktuell eine hohe Nachfrage nach Wohnraum und Gebäuden, immer wieder werden ganze Neubaugebiete ausgewiesen. Genau in diesem Spannungsfeld befindet sich auch der Landkreis Haßberge mit seinen 26 Städten, Märkten und Gemeinden. Viele Kommunen haben sich dem Grundsatz „Innen- vor Außenentwicklung“ verschrieben, doch die Umsetzung ist alles andere als einfach. Meist ist gar nicht bekannt, was genau sich hinter dem Begriff Innenentwicklung verbirgt.

Attraktiver Lebensraum

Deshalb, so geht aus einer Pressemitteilung des Landratsamts hervor, haben sich die vier Gemeinde-Allianzen im Landkreis Haßberge mit dem Regionalmanagement zusammengeschlossen und gemeinsam einen kurzen Erklärfilm produziert. In rund drei Minuten zeigt dieser Streifen mit vielen Bildern und in einfacher Sprache, was Innenentwicklung ist und welchen Beitrag jeder Einzelne dazu leisten kann.

„Es ist uns wichtig deutlich zu machen, dass Innenentwicklung jeden etwas angeht. Jeder Bürger kann mit wenig Aufwand dazu beitragen, dass Innenentwicklung gelingt. Dadurch können viele wichtige Einrichtungen erhalten bleiben, Dörfer vor dem Aussterben bewahrt werden und der Landkreis Haßberge als lebendiger und attraktiver Lebensraum gestaltet werden“, erläutert Landrat Wilhelm Schneider .

Innenentwicklung ist kein neues Thema. Die Gemeinde-Allianz Hofheimer Land ist bereits seit vielen Jahren auf diesem Gebiet aktiv und deutschland-, ja sogar europaweit eines der Vorzeige-Projekte, was Innenentwicklung betrifft. Und auch die Gemeindeverbünde Baunach-Allianz, Allianz Main & Haßberge und Lebensregion plus haben das Thema in verschiedenen Punkten und Projekten in ihren Integrierten Ländlichen Entwicklungsprogrammen verankert und bieten oft eigene Förderprogramme an, um Gebäudeleerstände zu reduzieren.

In Eigenregie produziert

Der neue Erklärfilm soll einen weiteren Beitrag dazu leisten, sowohl die Bevölkerung als auch die Politik und Verwaltung für das Thema Innenentwicklung zu sensibilisieren. Als eine Maßnahme des Regionalmanagement-Projekts „Belebung der Innenorte“ ist der Film in Eigenregie entwickelt worden, für die Tonaufnahmen konnte der bekannte BR-Sprecher Norbert Steiche gewonnen werden. „Der Film besticht durch Qualität sowie den so wichtigen Regionalbezug“, betont Regionalmanagerin Sonja Gerstenkorn.

Landrat Wilhelm Schneider jedenfalls zeigt sich begeistert von dem Projekt: „Innenentwicklung ist ein bedeutendes Thema für unsere Region, das alle angeht. Deshalb ist es besonders wichtig, dass hier die Akteure der Regionalentwicklung zusammenarbeiten. Dass das bei uns hervorragend klappt, haben Regionalmanagement und Gemeinde-Allianzen mit dem Kurzfilm gezeigt. So kann es gemeinsam mit der Bevölkerung vor Ort gelingen, unsere Region zukunftsfähig zu gestalten und beständig weiterzuentwickeln.“ red