Im Friedhof von Königsberg steht eine Aussegnungshalle, die seit Jahren nicht mehr benutzt wurde. Errichtet wurde sie, als die ebenfalls am Friedhofseingang stehende Burkardskirche, in der normalerweise die Gottesdienste für Beerdigungen oder Aussegnungen stattfinden, in den Jahren 1974 bis 1977 renoviert wurde. In dieser Zeit konnten in der Kirche keine Gottesdienste abgehalten werden. Es musste die Möglichkeit einer Ausweichstelle geschaffen werden; deshalb hatte die Stadt die Aussegnungshalle damals gebaut.

Nun ist die Aussegnungshalle in die Jahre gekommen. Sie müsste dringend renoviert werden. Die Glasscheiben zum Gräberfeld hin wurden blind und sind bereits entfernt worden. Die breite Eingangstreppe weist schwere Schäden auf und ist fast nicht mehr begehbar.

Maßnahmen festgelegt

In seiner Sitzung am Dienstag beschäftigte sich der Umwelt- und Bauausschuss der Stadt mit dem Umbau und der Sanierung der maroden Leichenhalle. So wird die nicht mehr trittsichere Treppenanlage erneuert und behindertengerecht mit einer befahrbaren Rampe versehen. Des Weiteren wird ein Teil der Decke in der Aussegnungshalle instand gesetzt und die Traufbohlen mit Blechen verkleidet. Eventuell wird auch die Verglasung im hinteren Teil der Halle ausgetauscht. Außerdem wird auf dem Vorplatz ein Pflanzbeet mit einem einfachen Brunnenstein eingerichtet.

Grund für diesen Umbau ist auch die Tatsache, dass aufgrund der Corona-Situation Zeremonien für Beerdigungen immer mehr im Freien abgehalten werden, wo auch - hinsichtlich der mittlerweile vorgeschriebenen Abstände - mehr Platz zur Verfügung steht. Mit dem Umbau kommt die Stadt dieser neuen Entwicklung entgegen. Aber immer in der Hoffnung, dass die dann neu gestaltete Leichenhalle nicht sehr oft benutzt werden muss.

Für die Zukunft ist angedacht, dass die an der Außenwand der Friedhofskirche angebrachten historischen Grabsteine an der Innenwand der renovierten Aussegnungshalle platziert werden, um sie vor weiteren Witterungseinflüssen zu bewahren. Laut Auskunft von Pfarrer Peter Hohlweg müssen aber dazu noch das Denkmalpflegeamt und der Kirchenvorstand ihr Einverständnis geben.