Kraftquellen auftun durch spirituelle Angebote - dieser Aufgabe stellt sich der ökumenische Verein "Bibelwelten" auch in der Passionszeit mit Kreativität. Während die Online-Exerzitien in der Passionszeit schon lange geübte Praxis sind, musste die Vorstandschaft des Vereins für den Ostergarten eine neue Lösung suchen und hat sie gefunden. Es wird ab Aschermittwoch in Haßfurt einen Lego-Ostergarten geben mit verschiedenen Stationen in der Stadt.

"Aufgeben kommt nicht infrage", das war der Grundtenor bei der digitalen Vorstandssitzung des ökumenischen Vereins, als es um die Gestaltung der Passionszeit ging. Normalerweise lockt von Aschermittwoch bis Ostern der Ostergarten im Unteren Turm über 2000 Menschen auf die Spur von Christi Passion zwischen Palmsonntag und Auferstehung. 2020 musste der Ostergarten nach wenigen Führungstagen wegen der Corona-Pandemie abgebrochen werden; heuer braucht der Verein gar nicht aufzubauen, weil die Führungen nicht möglich sind.

Nach den sehr positiven Erfahrungen beim ebenfalls coronagerecht umgestalteten "Lebendigen Adventskalender " kristallisierte sich heraus, auch den Ostergarten auf die Stadt zu verteilen und verschiedene Schaufenster und den Eingangsbereich des Bibelturms zu nutzen. Angelika Reinhart als Leiterin des Ostergarten-Teams nahm die Anregungen aus der Sitzung mit viel Schwung auf, und schon einen Tag später war klar, dass "Bibelwelten" sieben Ostergarten-Stationen aus Legosteinen einer Kirchengemeinde in Werl für drei Wochen ausleihen kann. Details zum Lego-Ostergarten will der Verein in den nächsten Tagen veröffentlichen.

Online-Format

Ein gesondertes Online-Format musste bei "Bibelwelten" nicht erfunden werden, denn die Online-Exerzitien gibt es schon seit 2012. Der Haßfurter Verein übernahm damals die Trägerschaft für dieses Vorreiter-Projekt, in dem der evangelische Kirchenkreis Bayreuth und das katholische Erzbistum Bamberg zusammenarbeiten. "Dieses Angebot hat sich gleich im ersten Jahr sehr bewährt; viele Menschen nutzen gerne diese Möglichkeit der spirituellen Erfahrung", erklärt Doris Otminghaus. Die Pfarrerin ist Mitorganisatorin und seit 2012 eine von über 30 Begleitern.

Zwei Möglichkeiten

Die Online-Exerzitien kann man auf zwei Arten in Anspruch nehmen: Man meldet sich an, um in der Passionszeit täglich einen Impuls zu erhalten, den man für sich selbst vertieft, oder man wählt die Begleitung aus, um im direkten Kontakt mit einem Seelsorger spirituelle Fragen zu erörtern. "Da ergeben sich ganz intensive Gedankenaustausche", berichtet Doris Otminghaus. Und im Gegensatz zu den sonstigen Aktivitäten von "Bibelwelten" bleiben die Online-Exerzitien natürlich nicht regional begrenzt. "Viele Deutsche im Ausland nutzen unser Angebot, sogar aus Südafrika waren schon Teilnehmer dabei", weiß Otminghaus. "Wir machen ein Angebot, sich mit dem eigenen Glauben auseinanderzusetzen", erklärt sie die Exerzitien. Die Beschäftigung mit den Impulsen könne Lebens- und Glaubenshilfe sein.

Die Online-Exerzitien beginnen am Aschermittwoch. Anmeldungen sind im Internet unter www.oekumenische-alltags-exerzitien.de möglich; einen Link dazu gibt es natürlich auch auf der Seite www.bibelwelten.de.

Dass die Menschen gerade in Zeiten des Lockdowns solche Angebote dankbar annehmen, zeigte der alternative "Lebendige Adventskalender ", den Antje Eickhoff mit viel Kreativität und Engagement auf die Beine gestellt hatte. Mit einer Collage aller bei dieser Aktion entstandenen Bilder bedankt sich der Verein bei Akteuren und Unterstützern. Kinder, Erwachsene, Hobby- und berufsmäßige Künstler gestalteten Bilder zur Adventszeit, so dass am Ende 24 Motive das große Fenster im Eingangsbereich des Bibelturms schmückten. Parallel gab es Stationen auf die Stadt verteilt und dazu Impulse über einen QR-Code. Antje Eickhoff bekam zahlreiche Rückmeldungen, dass vor allem Familien den Adventskalender bei Spaziergängen gezielt angesteuert haben.