Der Immobilienmarkt boomt – auch in der Region Ostunterfranken. Dies wurde bei einem Online-Pressegespräch der Sparkasse Schweinfurt-Haßberge und der Landesbausparkasse deutlich.

Der Markt sei in der Region zwischen 2016 und 2020 um ein Viertel gewachsen, sagte Vorstandsvorsitzender Peter Schleich. Während 2016 noch 112 Millionen Euro umgesetzt wurden, waren es im vergangenen Jahr 142 Millionen.

Auch die Zahl der Baufertigstellungen nahm im gleichen Zeitraum sprunghaft zu: von 205 auf 369 allein im Landkreis Haßberge. Die bewilligten Wohnbaukredite stiegen von 206 auf 251 Millionen, davon waren 56 Millionen KfW-Förderkredite für energetische Sanierungen.

Etwa 300 Wohnimmobilien im Wert von 67 Millionen Euro wurden im Jahr 2020 durch die Sparkasse Schweinfurt-Haßberge vermittelt, sagte Vorstandsmitglied Robert Nernosi. Einen deutlichen Unterschied gibt es nach wie vor zwischen den Preisen im Maintal und in den Haßbergen oder Steigerwald. Während der Quadratmeter Bauland in den Haßbergen oder im Steigerwald zwischen 50 und 100 Euro kostet, muss man dafür in Haßfurt oder im Maintal zwischen 100 und 160 Euro berappen.

Eine Doppelhaushälfte oder ein Reihenhaus kostet in Haßbergen und Steigerwald zwischen 275 000 und 375 000 Euro, in Haßfurt und im Maintal zwischen 300 000 und 400 000 Euro. Für eine Eigentumswohnung muss der Käufer in Haßbergen oder Steigerwald zwischen 2800 bis 3200 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche auf den Tisch legen, in Haßfurt und im Maintal zwischen 3000 und 3900 Euro.

Ein gebrauchtes Einfamilienhaus kostet in den Haßbergen und im Steigerwald im Schnitt 200 000 Euro, in Haßfurt und im Maintal 300 000 Euro. Gebrauchte Doppelhaushälften kosten im Schnitt 250 000 beziehungsweise 300 000 Euro, der Quadratmeter in der gebrauchten Eigentumswohnung kostet 1600 beziehungsweise 2000 Euro. Niedrige Zinsen sorgten momentan dafür, dass der Traum vom eigenen Haus oder eigener Wohnung realisierbar wird, sagte Nernosi.

Gerhard Grebler von der LBS in München berichtete von einer neuen Rekordzahl bei den Immobilientransaktionen, die 2020 mit 64,3 Milliarden Euro um sechs Prozent über dem Vorjahresergebnis lagen. Die Nachfrage übersteige das Angebot, was zu einem Preisanstieg von 11,2 Prozent für gebrauchte Immobilien geführt habe. Die Wohnungsbauprämie sei seit dem Jahr 2011 deutlich erhöht worden, so dass sie derzeit von 15 Millionen mehr Menschen genutzt werden könne.