Eine dicke Überraschung gab es für die Helfer des Bundes Naturschutz in Ebern bei der Krötenzaunaktion an der Straße zwischen Gemünd und Jesserndorf. Aus dem Krötenzaun konnten neben Hunderten von anderen Amphibien zwölf Grünfrösche geborgen werden. Da diese Froschart, die leuchtend grün erscheint, erst später ablaicht, sind die Naturschützer von diesem gehäuften Auftreten sehr überrascht. Aber auch sonst wartet die Aktion laut Bilanz des Ortsvorsitzenden Harald Amon mit interessanten Erkenntnissen auf.

Nach 618 Erdkröten im Frühjahr 2020 wurden am Zaun von den Helfern in diesem Jahr nur 479 Erdkröten gezählt. „Damit setzte sich der Rückgang der letzten Jahre fort“, erklärt der ehemalige Mittelschullehrer. Dabei ergab sich ein Verhältnis von 2:1 zwischen Männchen und Weibchen.

Schlechtes Zeichen

Laut Amon ist dies „kein gutes Zeichen für die Entwicklung, da ein normalerweise höherer Männchenanteil für einen höheren Nachwuchs garantiert “. Neben Kröten und den Grünfröschen wurden 13 Berg- und Teichmolche festgestellt, aber keine Grasfrösche.

Einmal mehr zeigte sich, wie stark die Witterung die Amphibienwanderung beeinflusst. Sechs Wochen lang stand der Krötenzaun des Bundes Naturschutz Ebern an der Staatsstraße zwischen den beiden Eberner Stadtteilen und verhinderte, dass wandernde Amphibien auf der Straße überfahren werden.

Der Aufbau erfolgte ab dem 25. Februar in mehreren Etappen, so dass er bei der ersten Wanderung am 4. März schon seine Aufgabe erfüllen konnte. Lutz Freund hatte einen „Kalender“ ins Internet gestellt, in dem sich verschiedene Betreuer tageweise eintragen konnten.

Erst ab fünf Grad Celsius

Eine Kontrolle war aber laut Harald Amon erst bei einer Abendtemperatur ab fünf Grad Celsius notwendig, da bei kälteren Temperaturen die wechselwarmen Tiere nicht unterwegs sind.

Durch die trockenen, kalten Nächte, die im März vorherrschten, waren die Tiere nur an vier Tagen unterwegs, um in ihr Laichgewässer zu gelangen, bis Ende des Monats laue Nächte anstanden. Innerhalb von acht Nächten wanderte dann der größte Teil der Population, bevor der Zaun am 14. April abgebaut und bei der Familie Berninger/Friedrich in Jesserndorf eingelagert wurde.

Am meisten Tiere , nämlich 147 an der Zahl, wurden am 31. März von den Helfern in Eimern über die Straße zu den Laichgewässern gebracht. eki