Eines haben sie gemeinsam, Pfarrer Rudolf Theiler, katholischer Seelsorger in Ebern , und sein Team, das seit vielen Monaten fast wöchentlich geistliche Impulse auf Youtube postet: den christlichen Glauben und das Bestreben, in Zeiten der Pandemie, in denen Gottesdienste nicht möglich sind, Impulse an ihre Mitchristen zu senden. Das geschieht auf recht professionelle Art und erreicht, wie die Aufrufzahlen zeigen, viele Menschen in der Region, ja sogar bis über den großen Teich in Amerika.

Es ist Donnerstag, 15 Uhr. In der Stadtpfarrkirche in Ebern treffen nach und nach Kinder, Jugendliche, Frauen und Männer ein, die sich um "Regisseur" Pfarrer Rudolf Theiler scharen, der zunächst mit ihnen das Drehbuch bespricht. Dann geht es los. An diesem Donnerstag baut " Filmemacher " Paul Marks seine Kamera auf, Mesnerin Barbara Thein, die für die "Kulisse" verantwortlich ist und Texte liest, konzentriert sich auf ihren Auftritt, während sich Pfarrer Theiler auf seine Begrüßungsrede vorbereitet. Die anderen Akteure, diesmal der hauptberufliche Kirchenmusiker Wolfgang Schneider , Sabine Kriegseis und ihre Tochter Lisa-Marie, warten, bis sie an der Reihe sind. Dann heißt es: "Klappe - die erste".

Im letzten Herbst fing es an

Jeder ist mucksmäuschenstill, als Pfarrer Theiler im Altarraum der Stadtpfarrkirche Ebern seine Begrüßungsworte für den Impuls der nächsten Woche in die Kamera spricht. Dann kommen alle, die an diesem Tag mitwirken, nach und nach zu ihrem Einsatz vor der Kameralinse von Paul Marks, und Kirchenmusiker Wolfgang Schneider trägt auf dem Orgelbock zur kirchenmusikalischen Umrahmung bei.

Dekanatskantor Schneider sagt: "In Ebern spiele ich regelmäßig die Gottesdienste und leite die Chöre . Die Videos sind aufgrund der Corona-Situation schon im letzten Herbst entstanden. Als der erste Lockdown war, ging es los. Wir haben jede Woche ein Video produziert, weil Gottesdienste vollkommen verboten waren. Als die ersten Lockerungen im letzten Jahr kamen, haben wir Videos in größeren Abständen erstellt, und seit Weihnachten 2020, nachdem wieder die Verschärfung gekommen war, sind wir dabei, wöchentlich Videos zu produzieren."

Mesnerin als die "gute Seele"

Damit wolle man Menschen erreichen, die wegen Corona nicht in die Kirche können. Sein Beitrag ist es, mit Orgelspiel und Gesang die Videos musikalisch mitzugestalten, die mit meditativen Bildern hinterlegt werden. Bei einigen Videos war auch Paul Marks als Trompeter mit von der Partie. In seine Arbeit bezieht Wolfgang Schneider auch Orgelschüler und den Kinderchor mit ein. Alles sei ein recht großer Aufwand, aber: "Wir machen das sehr gerne, um unseren Mitchristen die Möglichkeit zu bieten, in dieser schwierigen Zeit an unserer Kirche teilhaben zu können."

Die "gute Seele", manchmal im Hintergrund, aber bei der Videoproduktion immer mit an vorderster Front, ist Mesnerin Barbara Thein aus Albersdorf, auch Pfarrgemeinderatsvorsitzende von St. Laurentius in Ebern . Sie ist von Anfang an dabei und war auch mit auf der Suche nach Mitarbeitern für die Videoproduktion . Sie dekoriert vor den Aufnahmen alles.

Für das gesamte Team hat die sie nur Lob. "Die arbeiten alle prima mit, jeder nach seinen Möglichkeiten und Fähigkeiten", sagt sie. Dass die Videos gut ankommen,    merkt    Barbara

Thein an den Rückmeldungen: "Ich höre immer wieder, dass diese Impulse für viele aufmunternd und aufbauend sind, weil keine Gottesdienste sein können." Auch ihr selber gebe es viel und sei für sie ergreifend.

In einer kurzen Drehpause erklärt der 53-jährige Berechnungsingenieur Paul Marks, dass er von Kirchenmusiker Schneider angesprochen worden sei, bei der Videoproduktion mitzuwirken. Da er schon seit Jahrzehnten gerne fotografiert und filmt, kam es ihm entgegen, bei den Impulsvideos mitzuwirken. Ihn ermuntert und motiviert, dass er von Personen, die er kennt, schon häufiger angesprochen worden sei, dass sie es gut fänden, was da an christlichen Impulsen via Video im Internet aus der Pfarrei zu sehen ist. Seine Videos , die er dreht, werden von seinem Sohn Benedikt nachbearbeitet und geschnitten, damit die Sache rund wird. Das sei, so Paul Marks, ein enormer Zeitaufwand. "Mir macht das eigentlich Spaß, auch weil ich mit meiner Trompete zusammen mit Herrn Schneider an der Orgel spielen kann, weil das ja in Gottesdiensten derzeit nicht möglich ist", sagt er.

"Hauptdarsteller" Pfarrer Theiler ist mit der Mitarbeit des "Impulsteams" sehr zufrieden. "Weil schon vor einem Jahr aufgrund der bekannten Umstände keine Gottesdienste sein durften, wollten wir den Leuten zu Hause etwas geben", sagt der Pfarrer . Er habe gehört, dass seine Kirchgänger, auch in Zeiten, in denen sie nicht in die Kirche gehen können, etwas von den Leuten hören und sehen möchten, die sonst in den Gottesdiensten mitwirken. "Gottesdienste kann man wohl auch im Fernsehen verfolgen. Aber es bestand der Wunsch, dass wir was vor Ort machen", sagt der Geistliche .

Eine erfreuliche Zahl an Aufrufen

Schon der erste Impuls, der über das Internet ausgestrahlt wurde, sei auf gute Resonanz gestoßen. "Das hat uns ermuntert, es weiterhin zu tun, und wir haben eine erfreuliche Zahl an Aufrufen. An Fasching waren es etwa 1200", freut sich der Pfarrer . Die Leute warteten darauf, bis der nächste Impuls kommt.

Wichtig ist es dem katholischen Stadtpfarrer von Ebern , dass möglichst viele in die Aufnahme der Impulse einbezogen werden: Mitglieder des Kinderchors , Jugendliche, Orgel- und Trompetenspieler. Wichtig ist es ihm auch, die Impulse in Kirchen seiner Pfarrei zu gestalten.

Wie lange soll das weitergehen? Pfarrer Theiler lacht und sagt: "Wir machen das von einem auf das andere Mal, und solange es ankommt und auch unsere Mitwirkenden - da meine ich vor allem die Kinder und Jugendlichen - begeistert sind, werden wir das fortführen." Der eigentliche Motor sei Kirchenmusiker Wolfgang Schneider . Nach den Worten des Pfarrers freue sich dieser über die Resonanz, auch von außen: "Viele aus unserer Gemeinde schicken die Impulsvideos weiter, sogar bis nach Amerika und zu Verwandten, und da kommen immer wieder positive Feedbacks."