Den Rauhenebrachern stinkt es, im wahrsten Sinne des Wortes. Der Gemeinderat machte sich am Dienstag Gedanken, was man gegen das Hundekot-Problem tun könne.

Auslöser war ein Antrag Erwin Weiningers, entlang der Geh- und Radwege Hundetoiletten aufzustellen und diese durch eine Erhöhung der Hundesteuer zu finanzieren. Die Verwaltung hatte daraufhin drei Angebote eingeholt, wonach sich die Kosten für Tütenspender und Abfallbehälter auf mindestens 11 600 Euro belaufen würden. Die laufenden Kosten für den Bauhof durch die Entleerung der Mülleimer wurden noch nicht kalkuliert. Die Hundesteuer beläuft sich in Rauhenebrach derzeit auf 25 Euro pro Kalenderjahr, für Kampfhunde auf 500 Euro. Eine Ermäßigung wird auf Antrag für Hunde auf Weilern oder Einöden sowie für Jagdhunde gewährt. Die Hundesteuereinnahmen belaufen sich derzeit auf 6975 Euro im Jahr, berichtete Verwaltungsleiterin Heike Pfrang.

Erwin Weininger erläuterte zu seinem Antrag, dass es unverständlich sei, dass Hundehalter die Hinterlassenschaften ihrer Tiere liegen ließen. Es werde vollkommen ignoriert, dass der Hundekot nicht nur eine Geruchsbelästigung für Spaziergänger, Radfahrer und Anlieger sei, sondern auch eine Zumutung bei der Pflege der Grünflächen und nicht zuletzt eine echte Gefahr für diejenigen Tiere , deren Futter auf den entsprechenden Flächen angebaut werde. Dafür gebe es offenbar überhaupt kein Bewusstsein. Die Hundesteuer sei in Rauhenebrach auf jeden Fall extrem niedrig, erklärte er.

Im Gremium war man sich unschlüssig, wie man des Problems Herr werden könnte. Bisherige Appelle im „Gemeindekurier“ verhallten ohne spürbaren Effekt. Auch Diskussionen mit Hundehaltern fruchteten nichts, berichtete Zweiter Bürgermeister Alfred Bauer. Das habe er erlebt. Weil das Problem überall in der Flur herrsche, reiche es nicht, Hundetoiletten entlang von Geh- und Radwegen aufzustellen. Ob eine Verteilung kostenloser Tüten über Rathaus und Bauhof sinnvoll sei, zweifelte der Bürgermeister Matthias Bäuerlein an, denn „so eine Rolle Tüten kostet ein paar Cent, da liegt es in der Regel wohl eher am Wollen als an der Tüte“.

Die Verwaltung wird sich in den nächsten Wochen bei verschiedenen Kommunen, deren Konzepte in der Diskussion genannt wurden, nach deren Erfahrungen erkundigen und das Thema dann nochmals auf die Tagesordnung setzen.

Vergütung für Tester

Personen, die ehrenamtlich Corona-Schnelltests durchführen, bekommen eine finanzielle Anerkennung. Auch Rauhenebrach will wie andere Kommunen den Ehrenamtlichen aus den Vergütungen des Bundes etwas zukommen lassen, wenn eine erste Endabrechnung möglich ist. Zehn Euro je geleisteter Stunde sieht die Satzung vor, die der Gemeinderat am Dienstag verabschiedete.

Um die Entschädigung entspann sich eine kurze Diskussion mit der Frage, ob das nicht ungerecht gegenüber anderen Ehrenamtlichen sei. Dazu erklärte Bürgermeister Matthias Bäuerlein , dass die Gemeinde ja Gelder für die Testungen erhalte und der Einsatz schon sehr beachtlich sei. Außerdem gelte auch in Rauhenebrach wie in anderen Kommunen, wo diese Entschädigungszahlungen bereits beschlossen wurden, dass viele Helferinnen und Helfer bereits signalisiert hätten, dass sie ihren Betrag spenden wollten. Zudem werde die Gemeinde von dem Restbetrag, der dank des ehrenamtlichen Engagements übrig bleibe, ebenfalls gemeinnützige Einrichtungen unterstützen.

Erster Bürgermeister Matthias Bäuerlein lobte die vorbildliche Vorgehensweise der First Responder Rauhenebrach beim Aufbau des Testzentrums im Feuerwehrhaus in Untersteinbach. So gelang es in der Flächengemeinde, ein tägliches Angebot von mindestens zwei Stunden auch an Sonn- und Feiertagen zu machen. Angesichts der niedrigeren Inzidenzwerte und weniger Bedarfs an Tests wird derzeit in Untersteinbach nur noch sonntags von 9 bis 10 Uhr sowie montags, mittwochs und freitags von 17.30 bis 18.30 Uhr getestet. An den übrigen Tagen ist das Testzentrum in Ebrach geöffnet.