Den Zusammenbruch seiner beiden Unternehmen hat ein 35-Jähriger aus dem Kreis Bamberg am Amtsgericht Haßfurt dem Richter vor Augen gemalt, sollte er seinen Führerschein nicht wieder zurückerhalten. Genützt hat es ihm nichts. Richter Christoph Gillot verurteilte den Angeklagten wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis zu einer Geldstrafe in Höhe von 100 Tagessätzen zu 36 Euro, also 3600 Euro. Seinen Führerschein bekommt er frühestens in einem Jahr zurück.

Am 7. Januar dieses Jahres fuhr der Angeklagte mit seinem Kleintransporter abends durch Knetzgau. Dort geriet er in eine Verkehrskontrolle. Den Polizeibeamten erzählte er, er habe seinen Führerschein daheim vergessen. Dass es sich dabei um einen kosovarischen Führerschein handelt, sagte er nicht. Denn der ist in Deutschland nicht erlaubt, was der Angeklagte nach eigener Aussage sehr wohl wusste. Bei einer Computerabfrage flog der Schwindel schnell auf. In der Folge erhielt der Verkehrssünder einen Strafbefehl, gegen den er Einspruch einlegte. Daher kam es zur Verhandlung am Amtsgericht .

„Ich muss es riskieren, dass ich erwischt werde“, sagte der Angeklagte . Schließlich habe er sechs Mitarbeiter, eine Frau und zwei kleine Kinder zu versorgen. Sein Problem ist, dass er bereits viermal einschlägig vorbestraft ist. Der Vorsitzende mutmaßte daher, dass es sich bei den Fahrten, bei denen er erwischt wurde, nur um die „Spitze des Eisbergs“ handelt.

Er empfahl dem Verteidiger, den Einspruch gegen den Strafbefehl auf die Tagessatzhöhe zu beschränken. Dies wollte der Angeklagte jedoch nicht.

„Mein Leben bricht zusammen“, versuchte er den Richter umzustimmen. Seit kurzem werde der kosovarische Führerschein in Deutschland anerkannt. Im Juni habe er einen Termin für die Umschreibung, sagte er. Der Verteidiger bat daher um eine mildere Geldstrafe in Höhe von 2400 Euro und er bat den Richter, von einer Fahrsperre abzusehen.

Den Gefallen tat ihm Richter Christoph Gillot nicht. Der Angeklagte habe „bewusst und dreist“ gegen das Gesetz verstoßen. Beim nächsten Mal gebe es eine Freiheitsstrafe, sagte er mit Blick auf die einschlägigen Vorstrafen. „Wer nicht hören will, muss fühlen“, schloss der Vorsitzende. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. msch