Ein 26-jähriger, arbeitssuchender Industriemechaniker aus dem Landkreis Bamberg stand am Donnerstagvormittag vor dem Amtsgericht Haßfurt . Widerstand gegen Polizeibeamte und ein Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz wurden ihm von der Anklagevertreterin der Staatsanwaltschaft Bamberg zur Last gelegt.

Pech hatte der Angeklagte , dass ihn ein Beamter der Kriminalpolizei Schweinfurt, der in anderer Sache im März 2020 in Haßfurt dienstlich tätig war, zufällig erkannte. Beide hatten bereits in einem früheren Verfahren vor etwa zwei Monaten miteinander zu tun. Wie der Beamte als Zeuge aussagte, habe er dem 26-Jährigen in die Augen geblickt und erkannt, dass dieser von diesem zufälligen Zusammentreffen nicht begeistert war.

„Ich habe mich dann zu einer Kontrolle entschlossen, weil ich beim Angeklagten den Geruch von Marihuana wahrgenommen habe“, sagte der Beamte, der bei der Kriminalpolizei (KPI) Schweinfurt im Rauschgiftdezernat arbeitet.

Rauschgift entdeckt

Er habe den Angeklagten angesprochen, sich als Polizeibeamter zu erkennen gegeben und seinen Dienstausweis gezeigt. Daraufhin habe ihn der Angeklagte mit beiden Händen zurückgeschubst, so dass er gegen eine Tür geprallt sei. Der 26-Jährige sei weggerannt. Daraufhin hatte der Polizeibeamte eine Fahndung ausgelöst, die kurze Zeit später von Erfolg gekrönt war. Eine Streife der Polizeiinspektion Haßfurt konnte den Angeklagten festnehmen.

Danach erfolgte eine Hausdurchsuchung, bei der 16,9 Gramm Haschisch und Marihuana gefunden wurden. „Einen Hinweis auf Handeltreiben durch den Angeklagten haben wir nicht gefunden“, berichtete ein Kripobeamter.

Etwas anders als der Polizist stellte der Angeklagte den Sachverhalt dar. Es sei wohl eine Schockreaktion gewesen, als er den Polizeibeamten schubste, nachdem er dessen Waffe gesehen hatte. „Mir gegenüber hat der Typ sich nicht ausgewiesen“, so der Angeklagte . Das Betäubungsmittel habe er zum Eigenbedarf zu Hause aufbewahrt. Seit zwei Wochen sei er clean, auch weil er Vater würde. „Ich will nichts mehr mit Betäubungsmitteln zu tun haben, das Zeug ist mir zu doof“, sagte er.

Drei Einträge

Im Bundeszentralregister war er dreimal wegen Verstößen nach dem Betäubungsmittelgesetz eingetragen. Nachdem die Richterin das Gutachten zu den sichergestellten Betäubungsmitteln verlesen hatte, erklärte der Angeklagte , dass er mit deren Einziehung einverstanden sei. Sein Handy allerdings wolle er wieder haben.

Die Anklagevertreterin beantragte eine Gesamtfreiheitsstrafe von fünf Monaten, die drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt werden sollten. Außerdem eine Geldauflage von 800 Euro, ersatzweise 80 Sozialstunden Arbeit.

Rechtsanwalt Jochen Kaller fand eine Freiheitsstrafe von vier Monaten zur Bewährung ausreichend, mit einer Bewährungszeit von zwei Jahren und 750 Euro Geldauflage, die sein Mandant in Raten zu 75 Euro zahlen sollte. Der Angeklagte schloss sich den Ausführungen seines Verteidigers an.

Strafrichterin Anne Völkl verurteilte den Angeklagten zu fünf Monaten Freiheitsstrafe, ausgesetzt auf drei Jahre zur Bewährung. Er wird einem Bewährungshelfer unterstellt und muss 800 Euro an den Jugendhilfefond des Landkreises Haßberge in Raten zu 75 Euro bezahlen. „Sie wirken heute gefestigt und ich hoffe, dass sie während der Bewährungszeit und auch nachher nicht mehr straffällig werden“, sagte die Richterin . Das Urteil hat noch keine Rechtskraft erlangt.