Eckehard Kiesewetter

Die Jüngeren aus der Unterstufe sagen nicht viel, haben noch keine konkrete Vorstellung, was sie da in ihrer neuen Schule erwartet. „Das wird bestimmt cool“, meint ein sommersprossiger Bub. „Ich bin gespannt auf die neuen Klassenzimmer und den Innenhof“, sagt ein etwas größer gewachsenes Mädchen. Die älteren unter den Gymnasiasten sehen das Ganze schon differenzierter: „Ich werde an unserer alten Schule das gewohnte Umfeld und die grünen Tafeln vermissen, da diese durch elektrische Tafeln ersetzt werden“, bekundet etwa Schülersprecher Jannik Hepp (Q11). Er freue sich schon auf die besseren technischen Möglichkeiten und auf die neuen Aufenthaltsbereiche („Lernlandschaften“).

Eher traurig äußert sich Pauline Behnke, die in Ebern gerade das Abitur hinter sich hat und nicht mehr in den Neubau einziehen wird. Die unterfränkische Bezirksschülersprecherin: „Ich finde es unfair – schade, dass ich nur die Bruchbude so richtig erlebt habe und noch nicht einmal eine Führung durchs neue Gebäude hatte.“

Noch im alten Schuljahr

Viele der Umzugskisten sind schon gepackt und warten, fein säuberlich beschriftet, in der Aula des Friedrich-Rückert-Gymnasiums auf ihren Abtransport. „Vor allem die Bibliothek macht ein großes Volumen aus“, sagt Martin Pöhner. Ab 12. Juli soll’s losgehen. Dann wird ein Umzugsunternehmen alle Unterrichtsmaterialien, Akten und Bücher und einen Großteil des Mobiliars in den Neubau verfrachten. Dort im Hauptgebäude stehen die künftigen Klassenräume, Aufenthaltsflächen und Verwaltungsräume bereit. Erst zieht die Verwaltung um. Die Schüler , so sieht es der Plan vor, werden in der letzten Schulwoche vor den Sommerferien ihre Stühle in die neuen Klassenzimmer tragen, die älteren und besonders tatkräftigen unter ihnen womöglich auch beim Transport der Schultische helfen. Der letzte Schultag soll zugleich der erste „Unterrichtstag“ in den neuen Räumlichkeiten werden. „So viel Unterricht wird wohl nicht mehr stattfinden“, sagt ein Klassleiter augenzwinkernd, „die Zeugnisvergabe halt.“ Aber immerhin ist dann ein wichtiger Meilenstein geschafft. „Vorher warten noch kleine Herausforderungen auf uns“, sagt Schulleiter Pöhner, dem anzumerken ist, dass das Schuljahr mit Corona und dem Schulneubau nervenzehrend war. „Wir werden planmäßig fertig“, versichert er, „auch wenn man sich dies angesichts des geschäftigen Treibens auf der Baustelle jetzt kaum vorstellen kann. Aber das ist ja immer so.“

Der Zeitplan besagt, dass bereits im August mit der Entkernung und dem Abriss des Altbaus begonnen werden soll. Dieser wird zum Jahresende abgeschlossen sein. Bis auf den Fachtrakt, der vorerst weitergenutzt wird, weicht das mehr als 50 Jahre alte Gebäude dem zweiten Neubauabschnitt, dessen Bauzeit vom März 2022 bis Schuljahreseginn 2023 vorgesehen ist. Dieser Gebäudetrakt wird die Fachräume der Kunst, Physik, Biologie und Chemie beherbergen. Nach zwei Jahren dann, wenn auch der zweite neue Trakt steht, werden die Fachräume dem Erdboden gleichgemacht, um Platz für den neuen Pausenhof zu schaffen.

Sichere Wege

Für die Sicherheit ist gesorgt: Damit die Schüler auf dem Schulweg die Baustraße nicht kreuzen müssen, soll eine Fußgängerbrücke entstehen. „Das wird ein spektakuläres Bauwerk“, meint Pöhner. Der Weg von den Klassenzimmern zum Fachtrakt wird die Baustelle nicht tangieren.

Gemeinsam mit seinem Lehrer-Bauausschuss hatte Pöhner viele Ideen und Impulse in die Planung eingebracht. Er sei begeistert, dass der Landkreis als Bauträger und das Architekturbüro Baurconsult so viele der Wünsche der Schule aufgegriffen und umgesetzt habe.„Das wird ein tolles Schulgebäude“, ist er sich sicher, „ich freue mich schon sehr darauf.“ Landrat Wilhelm Schneider lobt die Schulleitung und würdigt die Zusammenarbeit aller Beteiligten. Mit dem Baufortschritt insgesamt sei er – abgesehen von dem aktuellen Schaden (siehe Bericht unten) – sehr zufrieden. „Was mich besonders freut ist, dass wir trotz Pandemie, trotz der überhitzten Konjunktur am Bau sowohl im Zeitplan und sehr gut im Kostenrahmen liegen. Das wünsche ich mir auch für den zweiten Bauabschnitt.“