In fünf Minuten war alles vorbei. In Rekordzeit ging ein Strafprozess wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr und Nötigung am Amtsgericht in Haßfurt über die Bühne.

Angeklagt war ein 21-jähriger Mann aus dem Maintal. Er saß laut Vorwurf der Staatsanwaltschaft im Juli 2020 als Beifahrer in einem Auto, das seine Freundin von Zell in Richtung Knetzgau steuerte. Aufgrund eines vorangegangenen Streits habe der Angeklagte die Handbremse ruckartig angezogen, heißt es in der Anklage. Seine Freundin konnte aber das Auto in der Spur halten. Jedoch, so der Staatsanwalt , hätte der Beschuldigte wissen müssen, dass durch sein Handeln ein Unfall hätte passieren können. Das Vorgehen des 21-Jährigen wertete der Anklagevertreter als gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr und als Nötigung.

Der Angeklagte , der mit seiner Verteidigerin, Rechtsanwältin Salome Götz, gekommen war, machte von seinem Aussageverweigerungsrecht vor Gericht Gebrauch. Als Zeugin war seine Freundin geladen, die nach dem Vorfall bei der Polizei Anzeige erstattet hatte. Die 18-Jährige erschien zur Hauptverhandlung nun als Verlobte des Angeklagten , wie sie angab.

Keine Aussagen

Da sie nach eindringlicher Befragung durch die Richterin Kerstin Leitsch bestätigte, sich mit dem Angeklagten verlobt zu haben, hatte auch sie ein Zeugnisverweigerungsrecht , von dem sie Gebrauch machte. "Dann sind wir ja schon fertig", sagte die Strafrichterin . Weitere Zeugen gab es nicht.

Deshalb beantragte der Staatsanwalt Freispruch, ebenso die Verteidigerin des Angeklagten . So geschah es dann auch. Die Kosten des Verfahrens trägt die Staatskasse.

Allerdings konnte sich die Richterin nicht verkneifen zu sagen, dass sie an der Verlobung ihre Zweifel habe. Auch, so erklärte die Richterin , wäre vermutlich eine Bestrafung nicht erfolgt, weil die Tat wohl als fahrlässige Handlung zu werten sei. Das letzte Wort hatte der angeklagte 21-Jährige, und er sagte: "Danke, dass Sie sich die Zeit genommen haben."