Pfarrer haben es oft nicht leicht. Denn inzwischen fehlen sowohl in der evangelischen als auch in der katholischen Kirche immer mehr Geistliche. So auch in Königsberg, wo Pfarrer Peter Hohlweg zusätzlich zu seinen Pfarreien Königsberg und Unfinden auch noch die vakanten Pfarreien im Oberland versorgen muss. Nun wechselt zu Beginn des neuen Jahres auch noch Pfarrerin Claudia Winterstein , bisher für Altershausen, Hellingen und Junkersdorf zuständig, nach Zeil am Main. Für Pfarrer Hohlweg allein wäre es unmöglich gewesen, sich in geordnetem und für alle befriedigendem Maß um alle evangelischen Christen aus all diesen Gemeinden zu kümmern. Nun hat er mit einem Diakon aber Hilfe bekommen. Dieser heißt Ulrich von Brockdorff und wurde im Gottesdienst zum 2. Advent in der Marienkirche offiziell in sein Amt eingeführt.

Zuständig ist von Brockdorff in Zukunft für die Kirchengemeinden in Altershausen, Hellingen und Junkersdorf, außerdem erfüllt er berufsgruppenübergreifende kirchliche Dienste in Königsberg. Der neue Diakon ist 59 Jahre alt, verheiratet, Vater von drei Kindern und hatte mit Industriekaufmann, Erzieher und Betriebswirt schon einige Berufe, in der Bleistiftindustrie, im Großhandel, in seiner Kirche und der Wohlfahrtspflege. Seit 2018 wohnt er in der Nähe von Birkach am Forst.

Der Gottesdienst, der nach den geltenden Hygienevorschriften gefeiert wurde, wurde musikalisch von Ivo Schwinn an der Mühleisenorgel gestaltet. Geleitet wurde er vom stellvertretenden Dekan Jan Lungfiel, Pfarrer Peter Hohlweg und Pfarrerin Claudia Winterstein . Brockdorffs Frau, Birgit von Brockdorff, die in der evangelischen Kirche als Prädikantin tätig ist, begleitete ihren Mann bei der Einführung und leitete in seine Predigt ein. Ulrich von Brockdorff ging auch auf die Corona-Pandemie ein und knöpfte sich die Impfgegner vor: „In den letzten Monaten der Corona-Pandemie habe ich immer wieder gedacht: Herr, schmeiß Hirn vom Himmel! Was muss eigentlich noch passieren, dass die Menschen sich impfen lassen? Hier sterben Menschen durch Unterlassen.“ Er wolle an einem Bild rütteln: „Gott schaut nicht herab auf uns. Der Platz Gottes ist nicht der majestätische Thron hinter den Wolken. Wir können leider nicht den Wahnsinn dieser Welt und persönliche Schicksalsschläge Gott in die Schuhe schieben.“

Die Vorstellung des neuen Diakons hatte Diakon Franz K. Schön, Konventsleiter der Diakone in Oberfranken, übernommen. Schön übergab die Urkunde der Diakonie für die Bestellung von Ulrich von Brockdorff und stellte die Bedeutung der Zugehörigkeit zur Rummelsberger Brüderschaft heraus. Dekan Lungfiel erteilte Ulrich von Brockdorff zusammen mit Diakon Franz K. Schön und Birgit von Brockdorff vor dem Altar den Segen für die neue Aufgabe.