Sieben Jahre ist es her, als das Derby der beiden VG-Mitglieder TSV Trebgast und TSV Harsdorf letztmals auch um Punkte über die Bühne ging. Oft trafen sich die Kontrahenten noch nicht im Ligaalltag, kickten die Trebgaster doch jahrelang auf Verbands- und Bezirksebene, während der Nachbar den rauen Wind der untersten Klassen einatmete. Diese Zeiten sind vorbei: Zuletzt überflügelten die Harsdorfer den Ex-Bayernligisten sogar und konnten aus der Kreisklasse nach unten blicken zu den "Gelb-Schwarzen". Mit dem Trebgaster Wiederaufstieg sind diese Zeiten vorbei: Man trifft sich für mindestens eine Saison auf Augenhöhe.


Harsdorf will Nachbarn ärgern

Die Vorfreude auf der Nachbarduell ist auf beiden Seiten groß: "Das sind die Spiele, auf die wir hinfiebern", so Harsdorfs Spielleiter Jörg Hinsche. Auch wenn aus der früher erbitterten Rivalität längst ein angenehmes Neben- und Miteinander geworden ist und man im Jugendbereich gemeinsame Sache macht: Den Nachbarn zu ärgern, steht auf der Prioritätenliste ganz weit oben. "Das macht den Fußball doch aus", sagt Hinsche mit einem Grinsen. Im bisherigen Saisonverlauf hatte er aber noch nicht viel Freude an seiner Mannschaft - trotz guter Zugänge. Neben Martin Huber vom benachbarten SV Ramsenthal kehrte auch Ex-Spielertrainer Sebastian Dötsch zurück. Die Ausbeute der Harsdorfer aus den bisherigen drei Spielen ist überschaubar: Drei Punkte gelangen den "Rot-Weißen" erst, zuletzt setzte es eine bittere 2:3-Niederlage gegen den alten Rivalen TSV Thurnau.


Personell angeschlagen

Im Derby gegen die Trebgaster wollen die Hausherren den Schalter wieder umlegen. Besonders im Fokus dabei: Das Sturmduo Milo Bilogrevic und Patrick Schreiber, die nach dem Abgang von Emre Simsek (noch ohne neuen Verein) die notwendigen Treffer besorgen sollen: Jeweils zweimal trafen die beiden bislang. Verzichten muss Spielertrainer Ingo Scharnagel am Sonntag auf Araf Muhamed Farsat (privat verhindert), Rocco Franke, der sich das Kreuzband riss, und Julian Gutzeit, der sich eine Knochenabsplitterung zuzog. Fraglich ist der Einsatz von Frank Becke, der angeschlagen ist. "Uns wird etwas einfallen", so Hinsche.
Während die Harsdorfer mit der bisherigen Ausbeute nicht zufrieden sein können, kann man beim Aufsteiger TSV Trebgast frohlocken. Nach der Rückkehr in die Kreisklasse läuft es für die Truppe um Spielertrainer Michael Stöcker. Sieben Punkte konnten die "Trechertzer" bislang einfahren. Der große Vorteil: Die Mannschaft ist eingespielt, musste kaum Veränderungen vornehmen. Von den vier gemeldeten Neuzugängen kommt aktuell mit Kai-Uwe Pöhlmann nur einer zum Einsatz. Gut für Stöcker: Auch auf der Torwartposition herrscht Konstanz. Eigentlich hatte Johannes Michel seinen Rückzug angekündigt, hütete aber bisher in allen Saisonspielen den Trebgaster Kasten. Während die Abwehr mit neun Gegentreffer noch Sorgenfalten aufkommen lässt, läuft es offensiv. Vorneweg marschiert dabei Spielertrainer Michael Stöcker.
Personell kann er fast aus dem Vollen schöpfen. Verzichten muss er auf Selcuk Terkes und Heiko Lindner, Dominik Weichart und Maximilian Granger stehen dafür wieder bereit.