von unserem Mitarbeiter Günther Geiling

Ebelsbach — Malen ist Balsam für die Seele. In jedem Menschen steckt ein Künstler, den man nur herauslassen muss. Und wenn man Bilder selbst malt, hat man eine viel größere Freude daran, als wenn man sie kauft. Diese Erkenntnis reifte bei Anton Thoma, einem "Ebelsbacher Urgewächs", erst im Alter. Aber dann ließ ihn die Malerei nicht mehr los. In den letzten 20 Jahren fertigte er viele Werke, die nun bei einer Vernissage im Kunsthaus "Ars Vivendi" von Gabriele Schöpplein zu sehen sind.
Anton Thoma besitzt eine musische Ader. So sang er gerne und war in der Schola in Ebelsbach sehr aktiv. Nicht nur im Chor sang er, auch Solopartien gestaltete er mit Freude. Unvergessen sind den Ebelsbachern seine Auftritte als Schauspieler bei der Theatergruppe Ebelsbach. In vielen Hauptrollen glänzte er. Im reiferen Alter küsste ihn mit der Malerei eine weitere Muse.

Der richtige Anstoß

Gattin Therese erinnert sich gerne an die gemeinsamen Spaziergänge mit ihrem Mann Anton, ob zuhause oder auch in der Toskana. Besondere Landstriche und Gebäude reizten ihn. Er sprach immer, sagt sie, von "einem schönen Bild, das ich am liebsten malen würde." Als er wieder einmal einen solchen Anblick so kommentierte, habe sie ihm vorgeschlagen: "Dann mal' mir doch einfach das Bild!" Der Anstoß saß, und Thoma begann zu malen.
Ein gewisser Ehrgeiz trieb Thoma immer an, ob als Verwaltungsmann und Kämmerer der Verwaltungsgemeinschaft Ebelsbach oder bei Gesang und Theater. Auch in der Malerei wollte er vorwärts kommen. Ab 1995/96 besuchte er Kurse bei der Volkshochschule und erlernte spezielle Techniken.
Mit Aquarell und Acrylfarben fing er an. Acrylfarben lassen sich gut untereinander mischen, mit Wasser verdünnen oder mit Malmitteln verdicken. Und Thoma befasste sich auch mit Hintergrund und Ebenen davor.
Malerei nach Bob Ross vermittelt eine solche Technik, und so entstanden Bilder in der "Nass-in-Nass-Technik".

Blumen und Landschaften

Blumen, Landschaften, Stimmungsbilder von Jahreszeiten zählten zu den Lieblingsmotiven von Anton Thoma. Er hatte aber auch ein Faible für seinen Heimatort Ebelsbach. Das Schloss Ebelsbach oder das in Gleisenau malte er aus verschiedenen Perspektiven. Auch schöne Fachwerkfassaden im Altort Ebelsbach fing er ein. Ein Bild, das einen Zweig zeigt, fertigte er 1998 an und gab ihm den handschriftlichen Zusatz: "mein Schönstes - gehört nur mir allein".
Das Haus der Thomas wirkt bei einem Rundgang selbst wie eine Kunstausstellung. Überall hängen Thomas Bilder. Dazu bekam er Bilder geschenkt von seinem Schwager Pfarrer Willi Geßner: von Malern wie Ryszard Opalinsky aus Krakau, Siegfried Rischar, ausgezeichnet mit dem Kulturpreis der Stadt Augsburg, Josef Versl aus Würzburg, der für seine Stilleben und Porträts bekannt ist.
Heute ist Anton Thoma 76 Jahre, doch aus gesundheitlichen Gründen kann er nicht mehr künstlerisch tätig sein. In Absprache haben sich Anton und Therese Thoma deswegen dazu entschlossen, die Kunstwerke bei der Ausstellung der Öffentlichkeit zu präsentieren. Organisatoren der Schau sind die Kulturgemeinde Ebelsbach-Eltmann mit ihren Vorsitzenden Gabriele Schöpplein und Dr. Matthias Beck und die Gemeinde Ebelsbach. Die Schau "Anton Thoma - mein künstlerisches Leben in Bildern" ist am 24./26. April sowie am 1./3. Mai jeweils von 15 bis 18 Uhr zu sehen. Zu der offiziellen Eröffnung am Sonntag, 26. April, 14 Uhr sind alle Bürger willkommen.