Bürgermeisterin Karin Ritter (SPD) stand bei der Gemeinderatssitzung am Mittwoch die Freude ins Gesicht geschrieben, dass die "unendliche Geschichte nach langem Hin und Her" nun ein Ende findet.
Mehrmals hatte sich das Gremium mit einer Sanierung von Turnhalle und ehemaliger Schule befasst und diesbezüglich - aufgrund der jeweiligen Entwicklungen - abweichende Beschlüsse gefasst. Sah bislang alles nach einem Abriss der Schule aus, kann diese nun mit einem Zuschuss von 90 Prozent saniert werden.
Möglich macht dies eine Kehrtwendung der Regierung von Oberfranken. Der Hintergrund: Für ein Bürgerhaus im Ort hatte die Gemeinde als Standorte die alte Schule und alternativ das Anwesen Rennsteigstraße 16 befürwortet. Beides war jedoch seitens der Regierung insbesondere aufgrund der dezentralen Lage nicht befürwortet worden. Demzufolge wäre nur der Abriss der alten Schule in Betracht gekommen. Der Vorschlag der Regierung mit dem Standort Hauptstraße 22 wurde wiederum von der Gemeinde nicht befürwortet. "Die Folgekosten für drei gemeindliche Gebäude wären für Reichenbach nicht zu schultern", verdeutlichte Ritter.


Die Schule bleibt erhalten

Inzwischen fanden mehrere Gespräche mit der neuen für Reichenbach zuständigen Sachbearbeiterin der Regierung statt. Bei einem Ortstermin am 9. März hatte man die Gründe dargelegt, warum man für die Hauptstraße 22 keine Zuschüsse in Anspruch nehmen will. Mittlerweile lag Ritter ein "sehr erfreuliches" Schreiben vor. Darin empfahl die Regierung zwar weiterhin eine Umnutzung der Hauptstraße 22 als Bürgerhaus, akzeptierte aber auch die ablehnende Entscheidung der Gemeinde sowie deren Wunsch nach Erhalt der Schule. "Wir haben es nun schriftlich, dass sowohl Schule als auch Turnhalle im Rahmen der Förderoffensive eingeplant sind", strahlte sie.
Die vorliegenden Vorentwurfsplanungen über insgesamt 2,6 Millionen Euro sollen auf Forderung der Regierung hinsichtlich Schule und Turnhalle auf Einsparpotenziale überprüft werden. Laut der Bürgermeisterin gebe es für eine Abspeckung zwei Möglichkeiten: Einen Abriss des rechten Teils des Gebäudes oder der kompletten oberen Stockwerke. Da sich auch die anwesenden Vereinsvorstände damit anfreunden konnten, soll letztere Variante zur Ausführung kommen. Das vorhandene Kunstwerk soll im unteren Stockwerk einen Platz finden.
"Der Eingang der Turnhalle wird barrierefrei gestaltet", informierte Ritter. Im bisherigen Eingangsbereich soll ein Windfang eingebaut werden. Die Verbindung zur Schule kann mittels einer Rampe ebenfalls barrierefrei gestaltet werden. Erfreulicherweise fließen die von der Regierung für das nicht zur Ausführung kommende Projekt Hauptstraße 22 eingeplanten Mittel in die Maßnahmen für Turnhalle/Schule.
Im Rahmen der Förderoffensive sind für die Sanierung ehemalige Schule/Bürgerhaus insgesamt 1,5 Millionen Euro förderfähige Kosten in zwei Bauabschnitten eingeplant. Ein Zuschuss von 90 Prozent (1,35 Millionen Euro) wird gewährt. Das Gremium hob seine bisherige Beschlussfassung auf. Stattdessen wurden für das Thema Bürgerhaus/Veranstaltungshaus die Sanierung der Turnhalle und der Umbau der ehemaligen Schule beschlossen. Da sich die grob geschätzten Gesamtkosten auf circa 3 Millionen Euro belaufen, ist aufgrund des daraus resultierenden Architektenhonorars eine europaweite Ausschreibung erforderlich. Realistisch ist ein Baubeginn 2019.


Ein Kinderspielplatz ist geplant

Ebenfalls in der Förderoffensive beinhaltet ist die Neunutzung und Gestaltung des von der Gemeinde erworbenen Areals Rennsteigstraße 16. Angestrebt wird die Anlegung eines Kinderspielplatzes, die Freilegung der Reichenbachquelle, der Bau von Garagen sowie der Umbau und die Nutzung des Gebäudes selbst. Das Gebäude selbst könnte Übernachtungs- und Aufenthaltsmöglichkeiten, E-Bike-Ladestationen oder Bike-Garagen umfassen. Von der Regierung liegt eine Mitteilung vor, dass für 2018 im Zuge der Förderoffensive 650 000 Euro bereitstehen. Dazu wird ein Zuschuss von 90 Prozent (585 000 Euro) gewährt.