Diakon Hans Scherbaum ist vom Seelsorgebereich Dreifrankenland im Steigerwald nach Adelsdorf gewechselt. Am Wochenende wurde er bei Gottesdiensten in Adelsdorf und Aisch eingeführt. Während seiner Zeit in Schlüsselfeld hatte er sich hauptsächlich um die Seelsorge in der katholischen Pfarrei in Aschbach gekümmert. Nun ist er der Nachfolger von Pastoralreferent Christian Lauger.

Der 53-Jährige lebt mit seiner Frau und zwei Kindern in Herzogenaurach. Nach seiner Ausbildung zum Werkzeugmacher studierte er erst Theologie und später Caritaswissenschaft und Angewandte Theologie an der Universität Passau. Die Diakonenweihe empfing er 2010 im Dom zu Bamberg.

Der Begriff Diakon leitet sich vom griechischen Wort "diakonos" ab, was übersetzt "Diener" oder "Helfer" bedeutet. Wenn der Diakon die Liturgie leitet, trägt er als Amtszeichen die Diakonenstola. Assistiert er in der Heiligen Messe, trägt er die "Dalmatik", eine Tunika, die ursprünglich aus Dalmatien kommt, über Albe und Stola.

Schwerpunkt diakonischer Arbeit ist der Dienst an den Armen und Benachteiligten der Gesellschaft. Hier liegen den Diakonen besonders die körperlich, seelisch, geistig und sozial Bedürftigen am Herzen. Deshalb gelten sie als das "soziale Gewissen" der Kirche. Die ersten Diakone in der Jerusalemer Urgemeinde waren Stephanus, Philippus, Prochorus. Nikanor, Timon, Parmenas und Nikolaus.

Im Gespräch mit dem FT verriet Hans Scherbaum unter anderem, warum er Diakon geworden ist und auf welchem Sportplatz er gerne Bratwürste isst.

Warum kommen Sie nach Adelsdorf?

Hans Scherbaum: Die Fahrstrecke zwischen Wohnort und Dienstsitz wird sich dadurch für mich halbieren, wobei mir in den vergangenen Wochen meine Abschiedsrunde durch die Gemeinden über Breitenlohe, Geiselwind, Reichmannsdorf, Aschbach etc. schon auch schwergefallen ist.

Was werden Ihre Hauptaufgaben in Adelsdorf sein? Mit Pfarrer Thomas Ringer und Diakon Michael Schofer, Arbeitsstellenleiter für die Diakone im Ordinariat Bamberg, habe ich vereinbart, dass wir in den nächsten Monaten das Arbeitsfeld anschauen und dann Festlegungen treffen. Von daher kann ich noch nichts Konkretes dazu sagen.

Was sind die Aufgaben eines Diakons?

Ein Diakon darf keine Messe zelebrieren, auch keine Krankensalbung spenden und nicht die Beichte abnehmen. Ich darf Taufe, Beerdigung, Trauung, Predigt und Wortgottesfeier durchführen.

Vom Ursprung her soll der Diakon das Evangelium verkünden und sich um die am Rande Stehenden kümmern. ,Der Diakon steht während der Eucharistiefeier am Rand, weil er für die am Rande stehenden steht.‘ (Bischof Kamphaus) Für mein Selbstverständnis ist dies eine wichtige Orientierung. Wobei heute die Zahl der Menschen, die am Rande der Kirche stehen oder sich gar nicht mehr zugehörige fühlen, immer größer wird.

Haben Sie Hobbys?

Ich brauche viel frische Luft: Fahrradfahren und Wandern zum Beispiel! Ich lese gern und viel, Zeitungen und Bücher. Wenn ich mit dem Fahrrad nach Vach zum Fußball fahre, bei Bratwurst und Bier das Spiel anschaue und anschließend am Abend im Bett ein Buch lese, bin ich völlig mit mir im Einklang.

Wie wird man vom Werkzeugmacher zum Diakon?

Ich versuche es mit einer Antwort: Wahrscheinlich bin ich nicht "ganz normal". Ich bin ganz freiwillig auch als Jugendlicher im Gegensatz zu vielen meiner Altersgenossen regelmäßig in den Gottesdienst gegangen und ich habe mich zunächst für Geschichte und später dann noch für Philosophie/Theologie interessiert und ich habe sehr gerne studiert.

Der heilige Paulus war Zeltmacher, der heilige Petrus war Fischer und ich war Werkzeugmacher. Ich stehe da in einer guten Tradition. Das Gespräch führte Johanna Blum.