Am 16. August verstarb der ehemalige Hauptgeschäftsführer der früheren Handwerkskammer Coburg, Peter Knoblich. Er wurde 80 Jahre alt. "Das Handwerk verliert mit Herrn Dr. jur. Peter Knoblich eine Persönlichkeit, die sich mit Nachdruck und Leidenschaft für das Coburger Handwerk eingesetzt hat. Als langjähriger Hauptgeschäftsführer der früheren Handwerkskammer Coburg hat er sich von 1967 bis 1999 mehr als drei Jahrzehnte hinweg vor allem für eine zeitgemäße Aus- und Weiterbildung im Handwerk eingesetzt", heißt es im Nachruf der Handwerkskammer für Oberfranken.


Doktorarbeit war aktuell

Peter Knoblich wurde am 9. April 1936 in Dittersbach in Schlesien geboren. Nach der Vertreibung wuchs er in Niedersachsen auf und legte in Hildesheim im Jahr 1956 am humanistischen Gymnasium sein Abitur ab. Knoblich studierte Rechtswissenschaft an den Universitäten Marburg, Göttingen, Saarbrücken und Würzburg. 1977 promovierte er an der Universität Würzburg mit der Note "summa cum laude". Seine Doktorarbeit mit dem Thema "Die Ordnung des Handwerks in beiden deutschen Staaten" sollte nach dem Mauerfall enorme Aktualität erhalten. Diese Dissertation war seinerzeit in der Bundesrepublik die erste Arbeit, in der das Handwerk im Osten und im Westen gegenübergestellt wurde.
Peter Knoblich hat früh erkannt, dass zeitgemäße Aus- und Weiterbildung bis heute eines der wichtigsten Zukunftsthemen für das Handwerk darstellen. In seine Amtszeit fiel die Errichtung des Berufsbildungs- und Technologiezentrums Coburg, das seit 1971 in Betrieb ist und das im Jahr 1993 auf sein Bestreben hin von Grund auf modernisiert worden ist. In seine Amtszeit fiel auch der Bau des Verwaltungs- und Internatsgebäudes am Hinteren Floßanger. Auch die Vorbereitung der Fusion mit der Handwerkskammer für Oberfranken lag Knoblich am Herzen.
Nach dem Fall der Mauer initiierte Peter Knoblich als ausgesprochener Kenner des Handwerks und seiner Organisationen in der früheren DDR umgehend die Partnerschaft mit der benachbarten Handwerkskammer Südthüringen.
Seine Leistungen wurden mit der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes am Bande und des Handwerkszeichens in Gold gewürdigt. red