von unserem Redaktionsmitglied 
Dagmar Besand

Marktschorgast — Im Friseurhandwerk hat Gina Hilpert ihren Traumberuf gefunden. Die 20-jährige Kulmbacherin hat im Juli ihre Ausbildung bei "AK Der Friseur" beendet und ist als Stylistin in ihrem Ausbildungsbetrieb geblieben. Sehr zur Freude ihrer Chefin Annette Kurz-Mähringer, die den Nachwuchs in ihrem Unternehmen während und nach der Ausbildung mit großem Engagement fördert. Dafür wurde sie vor zwei Jahren mit dem Ausbildungspreis des Arbeitskreises Schule-Wirtschaft und der Bayerischen Rundschau ausgezeichnet.

Preis stärkt Selbstbewusstsein

Gina Hilpert, Laura Wanka und Theresa Schiphorst waren damals die drei Auszubildenden, die gemeinsam mit Annette Kurz-Mähringer den Preis entgegennehmen durften. "Es ist toll, wenn das eigene Unternehmen und auch die eigene Leistung in der Ausbildung mit einem Preis belohnt wird", erinnert sich Gina. "Das ist gut fürs Selbstbewusstsein, und ist auch eine schöne Anerkennung für den Betrieb."
Friseurin zu sein - das kann viel mehr sein als Haare schneiden, waschen, föhnen. Das hat die junge Stylistin in ihrem Ausbildungsbetrieb gelernt. "Ich habe in den letzten drei Jahren eine tolle Ausbildung bekommen und kann jetzt voll durchstarten", freut sich die 20-Jährige.
In ihrem dritten Ausbildungsjahr durfte sie sich als Junior-Stylistin bereits eigenverantwortlich einen Kundenstamm aufbauen, sodass sie nach der Lehre nicht bei Null anfangen musste.

Das Lernen hört nie auf

"Qualität setzt sich durch." Diese Haltung lebt Annette Kurz-Mähringer ihren Auszubildenden vor. Um ein hohes Niveau zu erreichen und dauerhaft zu halten, müsse man sich ständig weiterbilden, Modetrends beobachten, neue Techniken lernen. Neben internen Trainings gehören auch internationale Schulungen und Akademie-Kurse zum Aus- und Weiterbildungsprogramm ihres Salons. Wer davon profitieren möchte, muss auch mal bereit sein, ein Wochenende zu opfern.
Im dritten Ausbildungsjahr können begabte Lehrlinge bei ihr schon Junior-Stylisten sein, die nicht nur als Assistenten zuarbeiten, sondern ihre Kunden von Anfang bis Ende bedienen - von der Typberatung bis zum abschließenden Make-up, das im Salon zum selbstverständlichen Rundum-Service gehört.
Der mit 750 Euro dotierte Ausbildungspreis kam dem Ausbildungskonto des Nachwuchses zu Gute. Annette Kurz-Mähringer ermöglicht ihren Azubis auch teure Seminare. "Doch die müssen sie sich verdienen. Als Jungstylisten tragen sie bereits zum Umsatz bei. Ein Teil dessen fließt in die Weiterbildung.
Gina Hilpert ist trotz ihrer Jugend schon ein Vollprofi. Noch vor der Gesellenprüfung hat sie einen Weiterbildungsabschluss als Coloristin gemacht.

Beratung macht den Unterschied

"Der Schnitt muss perfekt sein, das ist selbstverständlich. Ich möchte aber auch helfen, den individuell perfekten Style zu kreieren", sagt die 20-Jährige selbstbewusst. Sie analysiert genau die Gesichtsform, fragt ihre Kunden, wie sie wirken möchten. "Nur dann kann ich sie gut beraten, welche Frisur ihnen steht und welche nicht. Sie sollen ja am Ende glücklich sein mit dem, was sie bekommen."
Annette Kurz-Mähringer setzt mit ihrem Geschäft auf kontinuierliches Wachstum. Einsatzfreudigen Auszubildenden bietet sie nach der Lehre eine langfristige Perspektive. Als sie im Jahr 2000 das Geschäft ihrer Mutter in Marktschorgast übernahm, startete sie mit einer Kollegin. Heute hat sie 13 Mitarbeiter und gerade einen zweiten Salon in Bayreuth eröffnet. Die meisten Arbeitsstunden verbringt Gina dort, freitags ist sie in Marktschorgast tätig.
Aktuell hat Annette Kurz-Mähringer drei Auszubildende und sucht noch eine weitere für den Bayreuther Salon. "Unser Handwerk bietet jungen Leuten, die etwas leisten wollen, sehr gute Chancen. Das Kunden-Potenzial ist da."