von unserem Mitarbeiter Mario Deller

Ebensfeld — Relativ unspektakulär gestaltete sich die Bauausschusssitzung am Dienstagnachmittag. Die auf der Tagesordnung stehenden Bauanträge sorgten kaum für Diskussionen, ansonsten nahmen sich die Gremiumsmitglieder gleich mehrfach dem Thema "Verkehrssicherheit" an.
Zunächst aber beschäftigten sich die Gemeindevertreter mit drei Bauvorhaben im Gemeindegebiet. Im Geltungsbereich des Bebauungsplanes "Straßenäcker" in Ebensfeld möchte Isabella Knipper ein Wohnhaus mit Carport und Nebengebäude errichten. Und das darf sie nun auch. Zwar stimmt die Höhe des geplanten Kniestockes von einem Meter nicht mit den Festsetzungen des Bebauungsplanes - dieser sieht eine Höhe von 0,75 Metern vor - überein. Laut dem Dafürhalten des Bauamtes ist diese Abweichung aber städtebaulich vertretbar. Dieser Meinung schloss sich das Gremium an, erteilte einstimmig mit 8:0 eine entsprechende Befreiung vom Bebauungsplan und insgesamt das gemeindliche Einvernehmen.
Auch hinsichtlich der Dachaufstockung des Wohnhauses von Verena und Thomas Dinkel in Ebensfeld sowie des Umbaues des bestehenden Wohngebäudes von Johannes Elflein in Birkach sah der Bauausschuss keine Hindernisgründe, votierte auch hier je einstimmig. Betreffend des Birkacher Bauvorhabens durfte Gemeinderat Gerhard Elflein wegen persönlichem Bezug nicht mitstimmen.

Mit Vollgas durch Pferdsfeld

Unter "Sonstiges" wurden einige "Probleme" ins Spiel gebracht, die für Außenstehende vielleicht klein erscheinen, direkt Betroffenen aber mitunter schon im Magen liegen und für Ärger sorgen. So monieren die Bewohner Pferdsfelds teilweise erhebliche Geschwindigkeitsüberschreitungen von Autofahrern. "Neulich bei der Ortssprecherwahl haben Pferdsfelder berichtet, dass sich kaum jemand die vorgeschriebenen 30 Stundenkilometer hält und manche sogar mit 70 oder 80 in die Ortschaft rauschen", sagte Zweiter Bürgermeister Hauke Petersen (CSU), der die Bauausschusssitzung leitete.
Es wurden anschließend im Sitzungssaal verschiedene - mal mehr, mal weniger sanfte - Vorschläge ins Spiel gebracht, um eine Verbesserung der Situation zu erreichen. Diskutiert wurden beispielsweise die Anbringung von Bremsschwellen oder - als möglicher psychologischer Fingerzeig - eines Tempo-Sys-Gerätes. "Wir werden uns auf jeden Fall der Sache annehmen", versprach Petersen. Es wird wohl in einer der nächsten Sitzung einen Vor-Ort-Termin geben, bei dem sich das Gremium ein Bild von der Situation verschafft.
Auch die Sicherheit der Radfahrer, die zwecks einer schönen Sommertour oder zum Einkaufen in die Pedale treten, ist der Gemeinde ein Herzensanliegen, wie die ebenfalls etwas lebhaftere Diskussion beim nächsten Punkt bewies: Es kam zur Sprache, dass Autofahrer, die im Rewe-Supermarkt eingekauft haben, und den Parkplatz wieder in Richtung Hauptstraße verlassen, nur sehr schlechte Sicht auf den dann dort in Querrichtung verlaufenden Radweg haben. Da könne, trotz des die Autofahrer warnenden Vorfahrt-achten-Schildes mit Hinweis auf die Radler, leicht einmal etwas passieren, so das Fazit. Petersen sieht hier konkreten Handlungsbedarf: "Die E-Bikes, die ja auch den Radweg benutzen, sind manchmal so schnell - irgendwas muss da getan werden". Eine Verbesserung der Verkehrssicherung brächte - eventuell unter Einbeziehung von Anwohnern - das Zurückschneiden der Sträucher, auch die Anbringung eines Spiegels wurde thematisiert.
In Kutzenberg gibt es zwar einen großen Parkplatz. Bei Tagungen oder Konzerten sind die Stellplätze aber mitunter belegt. Dann werden die mit Linien markierten weiteren Parkplätze "zwischen" Straße und Gehweg genutzt. Wie Eveline Zeis (SPD) anmerkte, halten sich hier die Verkehrsteilnehmer jedoch nicht immer an die markierte Parklinie, überschreiten diese beim Parken. "Eltern mit Kinderwagen oder Rollstuhlfahrer kommen dann nicht mehr vorbei", merkte sie an. Zeis verdeutlichte aber, dass sie kein böses Blut wolle: "Wir müssen deshalb nicht gleich die Polizei holen, aber darauf hinweisen sollten wir schon."