von unserem Mitarbeiter Richard Sänger

Weisendorf/Peducha — Was mit einer Brieffreundschaft begann, wird nun mit der Einweihung einer Schule im indischen Zubza im Nagaland im Norden Indiens gekrönt. "Eine Brücke von Weisendorf nach Indien - Hand in Hand fürs Nagaland", nennen die Weisendorfer Schülerinnen und Schüler ihr inzwischen weithin bekanntes Projekt.
Seit 2008 nehmen die Klassen der Weisendorfer Schule an einem Schulprojekt für das Don-Bosco-Kinderdorf im Nagaland teil. In all den Jahren startete das "Zubza-Team" zahlreiche Aktionen und sammelte Spenden, damit die indischen Kinder in die Schule gehen können und eine Ausbildung erhalten.

Schüler ziehen ins neue Gebäude

Wie Projektleiter Ernst Klimek mitteilt, ist diese Schule mit ihren sieben Klassenzimmern jetzt fast fertig. 149 Grundschulkinder können bald von dem alten Gebäude, einer regelrechten Bretterbude, in die neue Schule umziehen. Die Einweihung findet diesen Donnerstag statt. Eine Delegation aus Weisendorf - Teilnehmer reisen auf eigene Kosten - nimmt ebenfalls teil. Begrüßt werden die Weisendorfer mit einem Kulturfest, an dem über 1000 Nagas in Tracht teilnehmen werden.
Der Weg bis zur Fertigstellung der Schule war nicht ganz einfach, denn so ein Bau kostet, trotz einer vorbildlichen Eigenleistung der Dorfbewohner, trotzdem viel Geld. "Das war nur mit den Spenden und dank unserer Kinder möglich", erklärt Klimek. So wurde nicht nur bei Veranstaltungen in Weisendorf Geld gesammelt, die "Zubzas" organisierten auch Wanderausstellungen und stellten ihr Projekt dem Bamberger Bischof Ludwig Schick vor.
Außer der neuen Schule gibt und gab es noch viele weitere Projekte, die das Leben der Menschen in Peducha verbessern: Dort, wo die alte und marode Schule steht, unterstützten die "Zubzas" etwa den Aufbau einer Schweinezucht, denn den Familien fehlt es oft an ausgewogener Ernährung. Zu einer gesunden Ernährung sollen auch die gespendeten Gartengeräte beitragen, mit denen die Kinder Reis und Gemüse für ihre Internatsküche selbst anbauen können. Ein Teil der Ernte soll außerdem verkauft werden und so helfen, das Schulgeld zu finanzieren. Da es bei den Kindern ständig zu Magen- und Darm-Beschwerden kam, wurde von Weisendorfer Spenden außerdem ein Wasserfilter installiert. Auch Frauen aus dem Dorf holen sich nun an der Schule sauberes Wasser. Auch der Bau einer Trinkwasserleitung für Zubza - noch fließt das Wasser aus den Bergen verschmutzt ins Dorf - soll steht auf dem Plan. Ebenfalls konnten eine Sanitätsstation, ein Krankenzimmer und fünf Krankenbetten finanziert werden. Damit Kranke professionell betreut werden können, soll die Ausbildung einer Krankenschwester finanziert werden.

Häuser für die Ärmsten

Auch neue Öfen aus Ton zum Kochen wurden gekauft. Zudem konnten auch Nahrungsergänzungsmittel bereitgestellt werden, um gerade bei Säuglingen die Folgen der Mangelernährung zu stoppen. Für die ärmsten Familien wurden menschenwürdige Unterkünfte geschaffen. Die Kosten pro Haus betragen rund 3500 Euro, beim Aufbau helfen alle zusammen. 20 Mädchen konnten inzwischen zur Schneiderin ausgebildet werden, um eine Chance zur Selbständigkeit zu erhalten.
Wie Ernst Klimek erklärte, ist das Anliegen und der Wunsch der "Zubzas" fürs kommende Jahr die Finanzierung des Schulbesuches von Mädchen im Nagaland zu ermöglichen und den Medikamentenfonds zu erweitern.