VON Hannes Helferich
und Stefan Sauer

Schweinfurt — Anfangs war versuchter Totschlag angeklagt. Verurteilt hat die erste große Strafkammer den 33-Jährigen Anfang Mai letzten Jahres dann aber wegen gefährlicher Körperverletzung. Der Angeklagte erhielt drei Jahre und zehn Monate Haft plus Unterbringung in einer Entziehungsanstalt, weil er seiner Ex-Freundin im Streit mit dem Hammer auf den Kopf geschlagen hat.

"Kein Sex!"

Mit dem Urteil der Landgerichtskammer war der Angeklagte nicht einverstanden, er ließ Revision einlegen, die der Bundesgerichtshof mit einem kürzlich erlassenen Urteil als "unbegründet" verworfen hat. Es seien keine Rechtsfehler zu erkennen, so der BGH in Karlsruhe.
Der Vorfall ereignet sich Ende Mai 2013. Das 23-jährige Opfer war in die Schweinfurter Wohnung des Angeklagten zurückgekommen. Die Frau wollte nach der kurz vorher erfolgten Trennung mit den beiden gemeinsamen Kindern vorübergehend bei ihrem Ex-Lebensgefährten unterkommen, weil ihrem neuen Partner die Wohnung gekündigt worden war und ihr Obdachlosigkeit drohte. Als der Neue sie dann in Schweinfurt besuchte, überredete sie den Ex, auch ihn in der Wohnung übernachten zu lassen.
Es wurde dabei ordentlich gebechert, dann ging sie mit ihrem neuen Freund zu Bett ins Schlafzimmer, er auf die Couch im Wohnraum. Bedingung des 33-Jährigen: Kein Sex mit dem neuen Lover. Daran hielten sich die beiden aber nicht, so dass der Angeklagte zweimal ins Schlafzimmer stürmte und das Paar zum Gehen aufforderte. Als die Frau hier dem Ex Vorwürfe machte, griff der wütend zum Hammer. Das aber nicht in Tötungsabsicht, wie die Kammer feststellte. Weil Gewaltbereitschaft unter Alkoholeinfluss das Problem des Angeklagten sei, ordnete das Gericht die Einweisung in eine Entziehungsanstalt an.