Steinbach am Wald — Nicht leicht machte sich das Gremium seine Stellungnahme für das Landratsamt Kronach bezüglich eines angedachten Halteverbots in der Rennsteigstraße. Wie CSU-Fraktionsvorsitzender Markus Löffler in seiner Funktion als Leiter der Polizei Ludwigsstadt aufführte, erachte seine Dienststelle das Aufstellen eines Halteverbotes in der Rennsteigstraße zwischen den Einmündungen Saarbrunnenstraße und Frankenwaldstraße (Fahrtrichtung B 85) für sinnvoll.
"Anlass waren", so Markus Löffler, "mehrere Beschwerden von Anwohnern." In diesem Bereich würden ständig Schwerlastfahrzeuge parken und so die Sicht für in die Rennsteigstraße einfahrende Fahrzeuge versperren. Außerdem würden Grundstückszufahrten rücksichtslos zugeparkt. Von Wiegand-Glas einbiegende Fahrzeuge müssten unter Umständen kurz nach der Einfahrt dadurch verkehrsbedingt halten und wieder anfahren. Dies führe zu einer nicht unerheblichen Lärmbelästigung.
Seitens des Staatlichen Bauamtes Bamberg besteht grundsätzlich Einverständnis mit dem Halteverbot. Allerdings wurde zu bedenken gegeben, dass dies für die Geschäfte entlang der Staatsstraße eine einschränkende Maßnahme sei. Auch Anwohner und Besucher könnten dann ihre Fahrzeuge nicht mehr auf der Fahrbahn - auch nicht kurzzeitig - abstellen. In der Gegenrichtung sei bereits ein Halteverbot vorhanden.
Im Gemeinderat zeigte man großes Verständnis für die Anlieger. Andererseits werde laut Bürgermeister durch die Parksituation der Verkehrsfluss auch deutlich verlangsamt. Zudem befürchte man Umsatzeinbußen für die Geschäfte. Eine Sperrung der gesamten Strecke zwischen den beiden genannten Einmündungen wurde deshalb - bei vier Gegenstimmen - nicht befürwortet. Die Entscheidung trifft der Landkreis.
"Wenn ich nicht mehr zum Einkaufen anhalten kann, schaufele ich das Grab für die dortigen Geschäfte", monierte FW-Fraktionsvorsitzender Josef Herrmann. Ähnlich sah es Daniel Scherbel (CSU). Verkehrsgefährdungen und ein "Höllenlärm" seien zweifellos vorhanden. Allerdings würde ein Halteverbot den Geschäften schaden.
Laut Drittem Bürgermeister Klaus Neubauer (SPD) handele es sich bei Kunden dieser Geschäfte zum Großteil um Laufkundschaft. Er sprach von einem "Totmachen der Geschäfte". Anderer Meinung war Jens Trebes (SPD), der die Sicherheit im den Vordergrund stellte.
Die Gemeinde habe, so der Bürgermeister, erkannt, dass die Straßendecke in dem Bereich dringend erneuerungsbedürftig sei. Deshalb habe er das Staatliche Bauamt gebeten, zeitnah eine Verbesserung herbeizuführen, was sich positiv auf die Lärmsituation auswirken dürfte. Er werde auch Staatsminister Joachim Herrmann sensibilisieren, diesen Bereich als nächsten Bauabschnitt anzugehen. Angestrebt werde ein Vollausbau mit lärmminderndem Asphalt.