Das fünfte Konzert der "Kammerkonzerte auf Kloster Banz" war am Sonntag wieder ganz der Musik barocker Meister gewidmet. Das Ensemble mit Mitgliedern der Bamberger Symphoniker lieferte mit Barbara Bode (Oboe) und Boris Jusa (Violine) einen Höhepunkt der 26. Konzertreihe im Kaisersaal.
Als Solisten brachten sie die Doppelkonzerte in B-Dur von Antonio Vivaldi und von Johann Sebastian Bach in c-Moll zur Aufführung. Umrahmt wurden die beiden Werke von Concerti grossi mit den Zeitgenossen Johann Heinrich Schmelzer und Heinrich Ignaz Franz Biber.
Beiden Komponisten, die eher im Schatten der Großen wie Händel, Bach oder Vivaldi stehen, setzten die Symphoniker ein musikalisches Denkmal. Den Auftakt mit Bachs "Air für Oboe und Streicher" aus dem Osteroratorium signierte Barbara Bode auf höchstem technischem Niveau. Die Oboe entfaltete im Zusammenspiel mit dem Orchester einen anrührenden Klang, der das Publikum von Anfang an sichtlich begeisterte.


Aus dem 17. Jahrhundert

Säbelrasseln erklang bei Johann Heinrich Schmelzers (1623-1680) Fechtschule aus dem Zyklus Sacro-Profanus. Die Streicher ließen die Originalmusik des 17. Jahrhunderts erklingen, die Schmelzer und Heinrich Ignaz Franz Biber eigens für entsprechende Comedia-Veranstaltungen komponiert hatten.
Vor der Pause gab Boris Jusa sein Debüt in Antonio Vivaldis Concerto in Es-Dur. Gemeinsam mit Oboistin Barbara Bode betraten sie den Klangteppich, den die Symphoniker ihnen bereiteten. Jusa präsentierte sein unglaublich virtuoses Geigenspiel. "Einen Wiedergänger der Virtuosen des 18. und 19. Jahrhunderts", wurde er bereits genannt.
Für den richtigen Ton und die dramatische Wirkung sorgte das Ensemble "Concerto grosso Banz". Der Kontrabass bildete die sonore Basis des Klangteppichs, das Cello füllte die Klangmitte aufs Feinfühligste. Das Cembalo unterlegte das Spiel der anderen Musiker mit einer Vielfalt an Klängen und verstärkte den Hintergrund, auf dem die Streicher sich entfalteten.


Der Leiterwagen rumpelte

Nach der Pause erfreute Bibers "Die Pauern Kirchfahrt" aus der Sonata à 6. Der rumpelnde Leiterwagen und das Echo der Bergwände hallten im Kaisersaal wider. Eine köstliche Darstellung alpenländischen Frohsinns. Überragend waren dann wieder Oboe und Violine bei dem Konzert für Oboe und Streicher von Johann Sebastian Bach. Das Ensemble spielte eine Rekonstruktion nach einem Konzert für zwei Cembali. Besonders schwungvoll und rhythmisch interpretierten die Streicher das Adagio, als die Streicher den Bogen unter den Arm klemmten und an ihren Instrumenten zupften.
Das Kammerkonzert war perfekt gespielt und klanglich auf höchstem Niveau. Hier stimmte alles: sauber intoniert, weich und samten im Klang, packende Rhythmik und hoch sensible Musikalität. Von den meisten Zuhörern nicht erkannt wurde die Zugabe mit Monteverdis "Pur ti miro - Nerone e Poppea" (Nero und die Huren Roms).