Während Tabellenführer TSV Meeder der Kreisliga-Konkurrenz bereits etwas enteilt ist, buhlt mehr als ein halbes Dutzend Teams um den begehrten zweiten Tabellenplatz und die damit verbundene Bezirksliga-Relegation.

Bescheidene fünf Punkte trennen die TSG Niederfüllbach (36 Punkte), gegenwärtiger Inhaber des Relegationsplatzes, und den TSV Staffelstein (31) auf Platz 7. Zählt man den SV Großgarnstadt (28), der noch ein Nachholspiel in der Hinterhand hält, dazu, machen sich die Hälfte aller Kreisligisten berechtigte Hoffnungen auf den Aufstieg.

Die Kreisliga Coburg meldet sich mit sehr interessanten Partien aus der Winterpause zurück, im Auf- und Abstiegskampf geht es gleich zum Rückrundenauftakt in die Vollen. Wer nicht gut in die zweite Halbserie kommt, riskiert bereits frühzeitig, seine Saisonziele aus den Augen zu verlieren. Wir schauen diese Woche auf das Auftaktprogramm der Aspiranten:

TSV Meeder (1. Platz/43 Punkte)

Das Team von Spielertrainer Bastian Bauer thront seit dem dritten Spieltag an der Tabellenspitze, in der Hinrunde gewann es 13 seiner 18 Duelle. Das kommende Auswärtsspiel bei der SG Mönchröden II/Rödental sollte zudem gute Erinnerungen wecken, im Hinspiel gewann der Erste souverän mit 5:0.

Die Mannschaft um Kapitän Moritz Gemeinder dürfte auf dem modernen Kunstrasen in Rödental wieder auf ihr bewährtes Umschaltspiel aus sein.

TSG Niederfüllbach (2./36)

Das Topspiel des 20. Spieltags steigt in Niederfüllbach: die technisch hochveranlagte TSG-Truppe empfängt mit den "Bullen" aus Neustadt eine Mannschaft, die mit ihrer unbequemen Art jedes Spiel gewinnen kann.

Der Gewinner setzt ein deutliches Ausrufezeichen an die Rivalen im Aufstiegskampf, was auch TSG-Führungsspieler Leonhard Scheler so sieht: "Wir sind alle heiß, wieder in die Saison zu starten", zeigt der Allrounder seine Vorfreude. Am Saisonende verlässt er, wie bereits gemeldet, die TSG allerdings in Richtung TSV Mönchröden.

SV Türkgücü Neustadt (5./34)

"Es kommt im Verfolgerduell darauf an, 90 Minuten hochkonzentriert zu sein", so Scheler. Dass mit einem guten Rückrundenstart noch etwas möglich ist, entging auch dem Niederfüllbacher "Platzhirsch" nicht: "Wenn Meeder wackelt, wollen wir da sein und jede Chance nutzen. Primäres Ziel ist aber, Platz 2 zu sichern." Dabei kann die TSG endlich aus den Vollen schöpfen, die Verletzungsmisere hat sich entspannt und Trainer Marcus Scheffler steht der komplette Kader zur Verfügung.

TSV Heldritt (3./35)

Das zweite absolute Topspiel des Wochenendes findet an der Waldbühne statt. Die Heimmannschaft hat sich zwar mittlerweile den Status als erster Verfolger des Relegationsplatzes erarbeitet, für Spielertrainer Fabian Fischer aber noch lange kein Grund abzuheben.

FC Adler Weidhausen (6./33)

"Es wird einem nichts geschenkt. Entscheidend wird sein, wer von allen Aspiranten die wenigsten Fehler macht", weiß der ehemalige Frohnlacher die spannende Ausgangssituation richtig einzuschätzen. Im Spiel gegen den FC Adler Weidhausen (6./33) gilt für den TSV die Devise Wiedergutmachung. "Wir konnten im Hinspiel über 90 Minuten nicht das zeigen, was wir eigentlich können. Aber ich bin mir sicher, dass mein Team am Sonntag eine andere Einstellung an den Tag legen wird. Davon bin ich überzeugt und dafür werden wir auch sorgen", richtet Fischer einen Appell an sein Team. Gegenwärtig träume in Heldritt noch niemand von der Bezirksliga. Man wolle aber definitiv so lange wie möglich oben mitspielen.

VfB Einberg (4./34)

Der erste richtige Coup gelang den "Rothosen" bereits vor dem ersten Anpfiff 2020. Denn den von mehreren Vereinen umworbenen Spielertrainer des TSV Meeders, Bastian Bauer, konnten die Verantwortlichen erfolgreich nach Einberg lotsen. Der Rückrundenauftakt begann dann für den VfB im Zuge eines Nachholspiels bei Türkgücü Neustadt eine Woche früher. Mit einem späten 3:3-Ausgleichstreffer behielt man aber eine ordentliche Position im Aufstiegsrennen. Im Heimspiel gegen das seit zehn Spielen punktlose Schlusslicht aus Unterpreppach wäre alles andere als ein klarer Sieg eine Enttäuschung.

TSV Staffelstein (7./31)

Licht und Schatten gibt es in zweierlei Hinsicht beim TSV Staffelstein. Die zweitstärkste Heimmannschaft der Liga kommt in der Auswärtsbilanz nur auf magere neun Pünktchen.

Daneben kam es in der Winterpause noch zum Paukenschlag, erst servierte man das Topteam aus Niederfüllbach gnadenlos mit 7:1 ab, dann überwarf sich Trainer Daniel Ritzel mit seiner Mannschaft. Neu auf der Kommandobrücke ist nun Johannes Fischer, der zum Auftakt gegen Bosporus an der formidablen Heimserie von fünf Siegen in Folge arbeiten will.

SV Großgarnstadt (8./28)

Zwar liegt der amtierende Kreisliga-Vizemeister bereits etwas hinter der Konkurrenz, doch dafür hat der SV noch ein Nachholspiel beim TSV Meeder auf seiner Habenseite. Der Rückrundenstart muss allerdings sitzen, will man noch ein gehöriges Wort um den Relegationsplatz mitreden. Motivationsprobleme sollte die Mannschaft des scheidenden Trainers Stefan Bergmann indes nicht haben: Vor heimischer Kulisse geht es am Sonntag im Derby gegen den TSV Grub. Alle Spiele werden, wenn es die Platzverhältnisse erlauben, am Sonntag um 15 Uhr angepfiffen.

Die weiteren Begegnungen

Die Ambitionen nach ganz oben dürften währenddessen beim TV Ebern (9./24) und dem FC Coburg II (10./23) nicht mehr von größter Ausprägung sein. Die "Turner" sind allerdings in einer Kategorie ligaweites Spitzenmaß: nämlich bei den Unentschieden. Fast jede zweite Partie (neun insgesamt) mit Eberner Beteiligung endete unentschieden. Im Spiel gegen die Coburger Reserve (Samstag, 15.30 Uhr) wird es für beide Teams darum gehen, den soliden Vorsprung auf die Abstiegsränge auszubauen.

Bedrohlicher ist die Lage dann schon für den TSV Pfarrweisach (12./19) und erst recht für den TSVfB Krecktal (15./13), die sich im Unterfranken-Derby miteinander messen werden. Für die Mannen um Spielertrainer Manuel Frembs ist es ein absoluter Pflichtsieg, will man den drohenden Abstieg noch abwenden. Dabei muss allerdings der Auswärtsfluch des Fusionsvereins gebrochen werden. In der Hinrunde gab es dürftige zwei Punkte auf gegnerischem Geläuf zu bejubeln.