von unserer Mitarbeiterin Uschi Prawitz

Kulmbach — Ein vielschichtiges, weithin sichtbares Projekt hat das Praxis-Seminar Kunst der Q12 am Caspar-Vischer-Gymnasium umgesetzt. Unter der Leitung von Andreas Schobert haben die Jugendlichen das Thema "Street Art" beackert. Ab morgen kann das Ergebnis bestaunt werden.
"Street Art" bezeichnet laut Definition verschiedene nicht kommerzielle Formen von Kunst im öffentlichen Raum. Als es in der Q11 am CVG im Sommer darum ging, ein Thema für das P-Seminar Kunst zu finden, waren die zwölf jungen Leute vom Vorschlag ihres Kunstlehrers Andreas Schobert sehr angetan: "Street Art" sollte es sein.


Kein Standardthema

"Wir wollten kein Standardthema", sagt Helene Isert, die mit Gina Gillich die Pressearbeit übernommen hat. Und das ist auch eines der zentralen Dinge, um die es in einem solchen P-Seminar geht: Es soll den Schülern die Möglichkeit geben, ein Projekt ganz eigenständig zu bearbeiten, der Lehrer steht nur noch beratend zur Seite.
"Bei unserem P-Seminar ging es im Grunde nicht nur darum, ein Kunstprojekt gemeinsam auf die Beine zu stellen", sagt Gina Gillich. Zudem habe man seine Fähigkeiten abstecken und ein Feedback von den anderen bekommen wollen. "Auch ob man teamfähig ist, kann man bei der Organisation eines solchen Projektes herausfinden", so Gillich.


Freie Hand

Bei der Ausführung ihrer Ideen hatten die jungen Künstler somit freie Hand. Alles, was sich im legalen Rahmen bewegte, war erlaubt. Material hat die Gruppe teilweise über Sponsoren organisiert. Jeder war selbst dafür verantwortlich, dass zum entsprechenden Zeitpunkt alles da war. Was aber noch nicht bedeutet, dass auch alle Kunstwerke bereits fertiggestellt sind.
"Mein Projekt kann ich zum Beispiel erst am Freitagnachmittag machen", erzählt Helene Isert. Sie wird eine Post-it-Maus an der Fensterseite der Aula anbringen.
Noch knapper wird es für Gina Gillich, denn ihr Treppenbild aus Fototapete ist sehr witterungsanfällig und sollte zumindest die Vernissage am Samstag gut überstehen - daher wird sie erst morgen früh Hand anlegen.
Stört die Gymnasiasten nicht die Vergänglichkeit ihrer Kunstwerke? "Irgendwie ist es schon schwierig", sagt Helene Isert, "aber gleichzeitig ist es auch spannend, sich in die Gefühlslage eines Street-Art-Künstlers hineinzudenken, der sich mit dieser Problematik ja ständig auseinandersetzen muss". Doch am wichtigsten sei es ohnehin, seine Botschaft zu transportieren, denn meist gehe es bei den Graffitis oder sonstigen Werken um Gesellschaftskritik. "Das ist auch der Unterschied zu anderen Kunstformen", ergänzt Gina Gillich. "Und selbst wenn ein Kritiker das Kunstwerk zerstört, so erregte es doch Aufmerksamkeit", so Helene Isert. Der Zweck sei damit erfüllt.
Zu sehen in der Ausstellung des P-Seminars ist eine große Vielfalt an Kunstwerken, deren Präsentation sich bis in den Stadtpark erstreckt. Graffitis, 3-D-Bilder, Skulpturen aus Naturmaterialien oder Text - einfach Dinge, die zum Nachdenken anregen sollen.
Die Vernissage beginnt morgen um 16 Uhr. Besichtigung ist bis 30. Oktober zu den Schulöffnungszeiten möglich.