Romansthal — Langjährige Gewerkschaftsmitglieder der IG Bergbau, Chemie, Energie wurden am Mittwoch in der Gaststätte "Zur schönen Schnitterin" geehrt. Bezirkssekretär Sascha Spörl überreichte Geschenke, Ehrennadeln und Urkunden an Mitglieder, die ihrer Organisation seit 25, 40 und 50 Jahren treu sind.
Die Geehrten hätten mit ihrer Mitgliedschaft ein Zeichen gesetzt, sagte Spörl. "Für uns als Gewerkschaft waren die Zeiten noch nie einfach. Egal ob es nur tarifliche Auseinandersetzungen waren oder auch politische Debatten und Konfrontationen", sagte er. Glaube man der Arbeitsmarktstatistik, habe es den Anschein, als herrsche in Deutschland Vollbeschäftigung. "Das ist völliger Quatsch", erboste sich der Gewerkschafter. Seit 1980 befinde sich der Arbeitsmarkt in der Krise. Seit 1991 sei die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten um 2,1 Millionen zurückgegangen.
Die aktuelle Flüchtlingskrise offenbare einen Spalt zwischen Willkommenskultur und Ablehnung. Menschen, die soziale Not litten, seien selten zur Integration bereit. Es gehe nicht um Sprachkurse, sondern nur um eine integrationsfähige Gesellschaft. Gute Arbeit sei ein zentraler Bestandteil von Integrationspolitik. Wer die Flüchtlingskrise bewältigen wolle, müsse sich mit dem Thema "gute Arbeit" beschäftigen, war Spörl überzeugt. "Nur eine Gesellschaft, in der es gute Lebensbedingungen gibt, ist auch offen, verantwortungsvoll und solidarisch genug, fremde Menschen willkommen zu heißen." awe