VON Hanns Szczepanek

Schlüchtern — Ein Gutachten hatte ein Schlüchterner Fertighaushersteller nach dem tragischen Fall eines tödlich verunglückten Arbeiters vor knapp zwei Wochen in Absprache mit den Ermittlern der Kriminalpolizei in Auftrag gegeben, dies erklärte Geschäftsführer Jürgen Sperzel auf Anfrage der Kinzigtal-Nachrichten.
Einen Tag lang hätten zwei Techniker des Tüv jenen Teil der Anlage eingehend überprüft, der seit dem Arbeitsunfall bis auf Weiteres stillgelegt ist. Eine endgültige Ausarbeitung des Gutachtens stehe noch aus. Nach bisherigen Erkenntnissen habe wohl ein Bauteil in der elektrischen Steuerung der Anlage versagt. Durch diesen Ausfall sei die Hauswand, die an jener Stelle des Produktionswegs aus der horizontalen Lage aufgestellt und dann in der Vertikalen normalerweise automatisch fixiert wird, eben gerade nicht verankert worden. Dies habe zum Umfallen des 850 Kilogramm schweren Stücks geführt, durch das ein 32-jähriger Facharbeiter starb.

"Nie zuvor vorgekommen"

Das Versagen des Schließmechanismus" hätte zwar durch eine optische Überprüfung der elektrisch gesteuerten Sicherungsmechanik auffallen können, doch weil ein solcher Fall "noch nie zuvor vorgekommen ist, hat natürlich auch niemand nach diesem Mechanismus geschaut", so der Geschäftsführer. Zwar könne vor diesem Hintergrund ein Stück weit menschliches Versagen konstruiert werden, jedoch sei in dem Traditionsbetrieb "eine solche Gefährdung bisher überhaupt nicht bekannt gewesen". Und dies, obwohl "wir zur Gewährleistung hoher Sicherheitsstandards regelmäßig auch mit externen Ingenieuren im Werk unterwegs sind", sagte Sperzel.
Die Tüv-Sachverständigen hätten im Bericht betont, dass der Fehler auch bei einer vorherigen Wartung nicht hätte erkannt werden können. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Hanau stehen die Untersuchungsergebnisse des Amtes für Arbeitsschutz noch aus. Als Todesursache habe die Polizei "massive innere Verletzungen" festgestellt. Der Arbeiter habe mit dem Rücken zu der umkippenden Wand gestanden.