"Was würden Sie machen, wenn ein Hausbesitzer 'nur' 20 000 Euro in die energetische Sanierung seines Hauses investieren will?" Diese Frage stellte einer der Zuhörer dem Energieberater Andreas Halboth bei der Veranstaltung des Bundes Naturschutz (BN) zur energetischen Gebäudesanierung in Oberleichtersbach, heißt es in einer Pressemitteilung des BN.

Der Vortrag ging noch vor den Corona-Beschränkungen über die Bühne und fand im Rahmen des vom bayerischen Umweltministeriums geförderten Umweltbildungsprojektes "Macht die Dächer voll" statt. Für Fragen hierzu steht der Bund Naturschutz unter info@netzwerksolar-bn.de und Tel.: 09741/ 937 03 79 zur Verfügung.

Zurück zur Frage: "Das ist ganz einfach", meinte der Architekt und Energieberater: "Als erstes gehe ich in den Heizraum und überprüfe, welche Pumpe dort installiert ist." Ein hydraulischer Abgleich würde dafür sorgen, dass die Heizenergie optimal verteilt werde. Die nächste wichtige Maßnahme sei die Dämmung der Kellerdecke. "Als Drittes schaue ich mir das Dachgeschoss an: Ist die Geschossdecke genügend gedämmt. Tatsächlich verliert ein Ein- oder Zweifamilienhaus bis zu 13 Prozent der Energie über die oberste Geschossdecke. Auch diese Dämm-Maßnahme könnte leicht selbst durchgeführt werden und kostet relativ wenig." Weitere Stationen sind Fenster, Rolladenkästen sowie Heizkörpernischen - eine häufige Schwachstelle.

Der Energieberater stellte die neuen Förderprogramme der KfW-Bank und der Bafa vor, die seit Beginn dieses Jahres gelten. Bis zu 45 Prozent Förderung gibt es für Energiesparmaßnahmen. Insbesondere, wenn sie sinnvoll miteinander kombiniert werden, können für umfassende, von der Heizung über die Fenster bis zur Wanddämmung bis zu 40 Prozent Förderung der Gesamtkosten zusammenkommen.

Die Energiekosten für ein Standardhaus und einem Passivenergiehaus mit einer Wohnfläche von 150 Quadratmetern liegen weit auseinander: 3500 Euro sind es beim Standardhaus, 180 Euro bei einem Passivenergiehaus, dies pro Jahr. Immer wieder hob Halboth den Komfortgewinn durch ein gut gedämmtes Haus hervor.

Das Fazit der Anwesenden war, dass durch die hohen Fördersätze kaum mehr ein Gegensatz zwischen Wirtschaftlichkeit und Klimaschutz erkennbar ist. Der Vorsitzende der BN-Kreisgruppe, Franz Zang, dankte Halboth für die ausführlichen Informationen. red