Wie geht's Ihnen am frühen Morgen? Stehen Sie gerne auf?
Aufstehen fällt mir manchmal verdammt schwer. Und jetzt meine ich nicht nur am frühen Morgen; viel schwerer fällt es mir, wenn ich irgendwo gefallen bin.
Und das ist gar nicht so selten der Fall. Ein falsches Wort, ein dummer Witz; da geht einer einfach an mir vorbei, schaut nicht einmal her... und schon wirft er mich zu Boden.
So schnell geht das. Und manchmal hat es mich so stark verletzt, dass mir jede Kraft fehlt, wieder aufzustehen. Ich bleibe dann liegen - wie
gestorben.
Aber einmal, das weiß ich auch, hat es einen gegeben, der ist aufgestanden, immer wieder.
Der wurde verurteilt, gekreuzigt und ist gestorben, aber der ist selbst da noch auferstanden.
Das ist die Botschaft, die wir Ostern feiern. Im wahrsten Sinne unglaublich!
Das Leben besiegt den Tod! Einer hat es uns vorgemacht. Er ist aufgestanden, nicht nur am Ende, sondern immer
wieder.
Mein Leben: Da lieg' ich am Boden, hab' die Nase voll, kann mich selber nicht mehr leiden.
Und dass ein anderer mich mag, das kann ich mir an solchen Tagen überhaupt nicht vorstellen.
Und dann Ostern. Es ist die Gegenbotschaft: Da hält mich einer ganz fest im Arm; da drückt mich einer ganz lieb an sich und sagt zu mir und allen anderen, die es hören wollen: Steh auf, ich brauch dich, du bist so wunderbar.
Ostern - das ist das Fest, an dem Gott uns zeigt, wie wichtig ich ihm bin.
Guck mal, es ist schön, wie schön du bist.

(Pater Rudolf Theiler ist Pfarrer der Pfarreiengemeinschaft "Gemeinsam unterwegs" Ebern-Unterpreppach-Jesserndorf).