von unserem Mitarbeiter  Horst Lange

Reckendorf — Endlich in trockenen Tüchern scheint der Vollzug des Baugesetzbuches mit der Aufstellung des Bebauungsplanes "Knock" in Reckendorf zu sein. Nachdem der Gemeinderat in seiner Septembersitzung den Bebauungsplan bis auf Bürgermeister Manfred Deinlein (SPD) komplett abgelehnt hatte, fand sich nun mit sieben Ja-Stimmen und drei Nein-Stimmen - wobei zwei Gemeinderatsmitglieder wegen persönlicher Beteiligung nicht stimmberechtigt waren - eine relativ deutliche Mehrheit für die geänderte Planung.
Martin Göhring vom gleichnamigen Architektenbüro stellte dem Gemeinderat das neue Baugebiet vor, das 31 Bauplätze statt der ursprünglich vorgesehenen 36 hat. Als Abgrenzung zum benachbarten Gewerbegebiet wird ein Lärmschutzwall installiert, vorgesehen ist eine Notzufahrt für die Feuerwehr im Norden des Baugebietes ohne Ausbau des Feldweges. Der vorgesehene Geh- und Radweg neben der eigentlichen Zufahrt über die Straße "Am Knock" sei nicht unbedingt erforderlich.


Mehr Platz für Zufahrt

Dies griff der Bürgermeister auf und schlug vor, die benachbarten Grundstücke um diese Breite zu verschieben, um damit mehr Platz für die Zufahrt zu gewinnen. Gute Arbeit leistete seit der Septembersitzung die Verwaltung, die verschiedene Varianten anderer Verkehrsanbindungen zur Entlastung der Anwohner erstellte und ihre Machbarkeit prüfte.
Fünf Varianten wurden nun in der Sitzung vorgestellt, die teilweise einen Durchstich des Lärmschutzwalls erforderten, um die Zufahrt über das Gewerbegebiet zu gewährleisten. Machbar, aber zu teuer, war das Ergebnis der Diskussionen auch im Vorfeld und in einer Bürgerversammlung. Bis zu 286 500 Euro würden andere Alternativen mehr kosten und damit die bisherigen Kosten für die Erschließung, die 1 156 600 Euro betragen sollen, doch erheblich verteuern.
Verständnis hatten Bürgermeister und Architekturbüro zwar für die Bedenken und Anregungen vornehmlich von Anliegern des vorgelagerten alten Baugebietes "Knock". Verkehrslärm und Abgasgestank, Probleme der Straßenentwässerung und beengte Straßenverhältnisse vor allem für eventuellen Schwerlastverkehr wurden gewürdigt, aber nach Abwägung aller Faktoren nicht berücksichtigt. Ludwig Blum (CSU) und Jürgen Baum (WBFW) sahen am Ende die billigste Lösung nicht als die beste, sieben Gemeinderatsmitglieder stimmten für die Variante 1 mit der Zufahrt über die Straße "Am Knock".
Kurzweilig war auch die Diskussion des Gemeinderats angesichts der Frage, ob man im Neubaugebiet bei den Bürgersteigen nicht eine wechselseitige Reinigungs- und Räumpflicht einführen solle, da nur elf Grundstücksbesitzer einen vorgelagerten Bürgersteig hätten und 20 direkt an die Straße anbinden. Mit großer Mehrheit beschloss der Gemeinderat auf Empfehlung des Bürgermeisters, diesen Gedanken nicht weiter zu verfolgen.


Leerrohre nutzen

Über den derzeitigen Breitband-Ausbau durch die Telekom ereiferte sich Bernhard Müller (SPD), der nicht einsehen wollte, dass Straßen aufgerissen werden, obwohl unter der Erde doch Leerrohre lägen, die verwendet werden könnten. Bis zur Klärung sollten die Bauarbeiten mit sofortiger Wirkung eingestellt werden, forderte Müller. Angesichts unabsehbarer Kosten für die Gemeinde bei einem sofortigen Baustopp beschloss der Gemeinderat mit 9:2 Stimmen, die mögliche Verwendung von Leerrohren zu überprüfen, den Bauarbeiten aber zunächst ihren Lauf zu lassen.
Ein Geschenk für die Reckendorfer Kinder und Jugendlichen stellte Christian Zweig (SPD) in Aussicht: Aus Mitteln des ehemaligen Caritas-Kindergartenvereins soll ein fünfstelliger Betrag für den Bau eines Spielplatzes zur Verfügung gestellt werden. Die Gemeinde solle sich doch Gedanken machen, welches Grundstück hierfür geeignet wäre.