Wie lassen sich regional erzeugte Produkte noch besser vermarkten und die heimischen Landwirte optimal unterstützen? Diese Frage stand im Mittelpunkt der Fraktionssitzung der Grünen-Stadträte vergangene Woche.

Als Gast war Andrea Musiol von der Regionalentwicklung Landkreis Lichtenfels geladen, um über den aktuellen Stand und die weiteren Entwicklungsmöglichkeiten der Öko- Modellregion Obermain-Jura zu berichten. Die Öko-Modellregion Obermain-Jura wurde im Dezember letzten Jahres als eine von 27 Modellregionen in Bayern ins Leben gerufen. Wie Andrea Musiol erläuterte, gebe es insgesamt sechs Projektideen, von denen momentan zwei Projekte besonders vorangetrieben werden.

Solidarische Landwirtschaft

Zunächst soll eine Erzeugergemeinschaft geschaffen werden. Außerdem würden Flächen für eine solidarische Landwirtschaft und Interessenten für einen Selbsterntegarten gesucht. Dieser Prozess laufe gerade, wobei Bürger nach wie vor eine Interessenbekundung per Formular einreichen können, welches über den Online-Auftritt der Öko-Modellregion verfügbar ist. Die Lichtenfelser Grünen wollen diese Projekte unterstützen, da damit nicht nur die Produktion heimischer Bio-Lebensmittel gefördert, sondern auch ein Bewusstsein für die regionale Identität geschaffen wird. Bislang werden in der hiesigen Region nur etwa sechs Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche von Biobauern bewirtschaftet.

Wie Fraktionssprecherin Susann Freiburg betonte, soll vor allem die kleinstrukturierte Landwirtschaft erhalten bleiben. "Sobald diese allerdings in Öko-Zertifizierung laufen soll, wird es für die Landwirte wegen der mit der Zertifizierung verbundenen Kosten schwierig." Dass dies viele Landwirte womöglich daran hindere, sich an der Öko-Modellregion zu beteiligen, befürchtet Mathias Söllner. Wünschenswert sei also, auch "kleine" Landwirte mit ins Boot zu holen, die umweltbewusst und nachhaltig wirtschaften, sich aber die Bio-Zertifizierung nicht leisten können.

Wie Andrea Musiol ebenfalls berichtete, laufe insbesondere die Direktvermarkter-Broschüre sehr gut, denn Touristen wollen gerne regional einkaufen. Das Faltblatt werde derzeit erweitert und aktualisiert. "Es ist selbstverständlich auch für heimische Kunden sehr interessant. Das könne für Bauern zumindest ein Zubrot darstellen", so Musiol weiter.

Eine Direktvermarkter-Hütte auf dem Marktplatz in Lichtenfels mit regionalen Produkten wünscht sich Christine Schmidt. Ob sich das mit der Öko-Modellregion verbinden lasse, müsse noch näher betrachtet werden. Die weitere Entwicklung der Modellregion solle immer wieder danach befragt werden, was in der Stadt Lichtenfels in diesem Zusammenhang bewegt werden kann, um eine sinnvolle Hilfestellung zu bieten. Siegbert Koch kann sich wiederum vorstellen, dass eine Art Genuss-Häuschen an gut frequentierten Stellen für alle Beteiligten interessant wäre. red