Bereits am 6. Juni soll der Verwaltungsrat der Haßberg-Kliniken entscheiden, ob und wie es mit der Geburtsabteilung in der Haßfurter Klinik und dem Hofheimer Krankenhaus weitergeht. Aus Sicht der Grünen ist die Tragweite dieser Entscheidung so gewaltig, dass nicht der Verwaltungsrat, sondern der komplette Kreistag diese Entscheidung zu einem späteren Zeitpunkt treffen sollte. Ein entsprechender Antrag der Grünen ist in Arbeit, teilte die Partei am Freitag mit.
"Von der Bekanntgabe der beabsichtigten Schließung der Geburtsabteilung in Haßfurt und der Klinik in Hofheim bis zur entscheidenden Sitzung des Verwaltungsrates sind es gerade einmal vier Wochen. Diese Entscheidung ist allerdings mit viel zu vielen Konsequenzen verbunden, als dass sie so kurzfristig und im nicht öffentlich tagenden Verwaltungsrat erfolgen sollte. Deshalb halten wir es für sinnvoll, die Entscheidung an den Kreistag zu delegieren", erklären die Grünen in einer Pressemitteilung.


Diskussion

Die Haßberge-Grünen diskutierten bei ihrem Stammtisch in Sylbach das Thema. Die Sichtweise der Hebammen erläuterten zwei der zehn an den Haßberg-Kliniken angestellten Geburtshelferinnen; aus der Hofheimer Klinik war eine Krankenschwester der Einladung der Grünen gefolgt. Sie legten dar, mit wie viel Herzblut sie ihre Aufgaben wahrnehmen.
Es sei kein Geheimnis, dass die Haßberg-Kliniken nicht den besten Ruf genießen - allerdings mit Ausnahme der Geburtsabteilung, hieß es. Hier sei es wichtig, gemeinsam mit den niedergelassenen Ärzten im Landkreis darum zu werben, dass mehr Patienten das Angebot der drei Krankenhäuser im Landkreis nutzen. "Ein ,Kaputtsparen' ist jedenfalls definitiv der falsche Weg und führt als Konsequenz über kurz oder lang zu einem kompletten Aus der Haßberg-Kliniken", befürchtet der Knetzgauer Gemeinderat Peter Werner. Für ihn wäre die Schließung der Geburtsabteilung in Haßfurt nicht die richtige Option. red