Für den Kreis Bad Kissingen melden die Statistiker fürs erste Vierteljahr 2017 mehr Gewerbeanmeldungen. Von Januar bis Ende März wuchs die Zahl verglichen mit dem Vorjahr um 8 (= 4,3 Prozent) auf 192. Gewerbeabmeldungen verzeichnen die Statistiker bislang 228, und damit 24,6 Prozent mehr als im selben Vorjahreszeitraum.


Nicht alle Gewerbe sind neu

Im monatlichen Turnus veröffentlicht das Landesamt für Statistik die Gewerbeanzeigenstatistik, die einen Überblick über das aktuelle Gründungsgeschehen gibt. Ein genauerer Blick auf die Zahlen lohnt sich, denn nicht hinter jeder Gewerbeanmeldung steckt ein neues Unternehmen. Von Januar bis Ende März 2017 sind im Kreis Bad Kissingen 192 Gewerbeanmeldungen beim Gewerbeamt eingegangen.
Darin enthalten sind 145 Neuerrichtungen, also wirklich neue Betriebe und keine von Vorbesitzern übernommene (Vorjahr: 149), und in dieser Zahl wiederum stecken 32 Betriebsgründungen, von denen sich Experten besonders viel versprechen, da es sich um Betriebe handelt, '"die aufgrund ihrer Rechtsform bzw. Beschäftigtenzahl auf eine größere wirtschaftliche Bedeutung schließen lassen. An diesen wichtigen Betriebsgründungen haben wir bisher 5 weniger als noch 2017 zu verzeichnen."
Nach Monaten aufgeschlüsselt, gab es hier im Januar 2017 insgesamt 94 Anmeldungen (Vorjahr: 81). Im Februar waren es 50 (Vorjahr: 54) und im März 48 (Vorjahr: 49).


62 Abmeldungen

Die einen gründen ideenreich und hoffnungsvoll, andere scheitern oder geben ihr Gewerbe aus Altersgründen auf. Zuletzt gab es im März 62 Abmeldungen (Vorjahr: 38). In der Summe haben sich damit im Jahr 2017 insgesamt 228 Firmen per Gewerbeabmeldung aus dem Wirtschaftsgeschehen verabschiedet (Vorjahr: 183). Davon sind 189 als "vollständige Aufgaben" eingestuft, wovon 42 als Betriebsaufgaben zählen, bei denen auch von größeren Arbeitsplatzverlusten auszugehen ist.
Firmenumzüge schlagen sich ebenfalls auf das lokale Wirtschaftsgefüge nieder. 24 Betriebe haben im Jahr 2017 den Wirtschaftsstandort Kreis Bad Kissingen verlassen. Zugezogen sind demgegenüber 29 Betriebe. Bedeutet im Saldo ein Plus von 5 Gewerbebetrieben. Weiterhin verbergen sich in den Abmeldungen noch 15 Betriebe, die an Nachfolger oder Käufer übergeben wurden, also bei den Anmeldungen in der Zahl der Übernahmen mit 18 größtenteils wieder auftauchen, sofern sie ihren Standort nicht verlagert haben.
Die gute Arbeitsmarktsituation bremst den Gründergeist, denn wer einen sicheren Job hat, gibt diesen ungern auf für einen Sprung ins Ungewisse.
Bayernweit liegen die Gewerbeanmeldungen im ersten Quartal 2017 bei 34 100, und damit knapp 0,2 Prozent im Minus. Immerhin blieb der Gründersaldo in Bayern mit 3047 positiv, sprich die Zahl der Abmeldungen war kleiner als die der Anmeldungen.
Für den Kreis Bad Kissingen gilt das nicht, hier liegt der Gründersaldo mit 36 im Minus, die Zahl der Firmen ist also gesunken. zds