Nach langer Corona-Zwangspause startete die Fußball-Bezirksliga mit nur 15 Vereinen in die Saison 2021/22. Die Favoriten kristallisierten sich schnell heraus. Als Tabellenerster überwintert der TSV Burgebrach, der als einziges Team noch ungeschlagen ist. Dahinter, aber mit einem Spiel in Verzug, der TSV Mönchröden. In Reichweite zu diesem Duo liegen der SV Merkendorf, während der TSV Schammelsdorf etwas zurückgefallen ist.

Während der Aufstiegskampf bis zum letzten Spieltag eine hochspannende Angelegenheit sein kann, sind der TSV Marktzeuln und der TSV Ebensfeld am Tabellenende auf den beiden direkten Abstiegsplätzen kaum noch zu retten.

Neben dem aufstiegsambitionierten TSV Mönchröden spielen auch der TSV Meeder und der SV Ketschendorf aus dem Landkreis Coburg wieder eine gute Rolle. Ist das Trio aus mit dem bisherigen Abschneiden zufrieden? Wir haben uns umgehört.

TSV MÖNCHRÖDEN (Platz 2 / 43 Punkte / 16 Spiele) Christian Holzmann (Co-Trainer und ab der Saison 2021/2022 Sportlicher Leiter): "Selbstverständlich sind wir mit dem bisherigen Saisonverlauf mehr als zufrieden. Wenn man den Tabellenplatz betrachtet, fällt das Fazit überwiegend positiv aus. 43 Punkte, bei nur einer Niederlage und einem Unentschieden, sehr viel besser hätte die Vorrunde gar nicht laufen können. Das Erfolgsgeheimnis liegt sicher darin, dass sich unsere Mannschaft sensationell entwickelt hat und zu einer verschworenen Einheit geworden ist.

Im Sommertrainingslager in Oberhof hat sich die Mannschaft intern Ziele gesetzt, und dieser Geist von Oberhof wird seitdem Woche für Woche von der Mannschaft überragend gelebt. Eine talentierte Mannschaft haben wir schon seit einigen Jahren, aber diese Saison haben wir mit Leo Scheler endlich einen Anführer auf und neben dem Platz und mit Louis Göhring einen richtigen Knipser in unseren Reihen.

Die Mannschaft hat gelernt, nicht nur schön Fußball zu spielen, sondern auch mal körperlich dagegenzuhalten, Zweikämpfe zu führen und - wenn es sein muss - auch einmal eklig zu sein. Sicher sind wir mit der aktuellen Tabellensituation zufrieden, und einige im Umfeld träumen bereits von der lang ersehnten Landesliga-Rückkehr. Dennoch ist die aktuelle Tabelle nur eine Momentaufnahme. Mit Schammelsdorf, Merkendorf und vor allem Burgebrach haben wir starke Konkurrenten. Zum Rückrundenauftakt haben wir mit dem Nachholspiel in Breitengüßbach, dem Schlagerspiel in Burgebrach und dem Spiel gegen Merkendorf gleich eine Standortbestimmung. Nach diesen Spielen werden wir wissen, wohin die Reise geht.

Wollen wir unser großes Ziel erreichen, dann müssen wir in der Rückrunde in jedem Spiel so viel Leidenschaft und Mentalität zeigen wie in der Hinrunde. Mit Rückkehrer dem Lukas Köhn und Domi Lauerbach haben wir zusätzliche Qualität hinzubekommen, die uns sicherlich helfen wird.

Wir planen im Februar ein Trainingslager auf Mallorca, in dem wir an der körperlichen Fitness arbeiten und uns akribisch auf die Aufgaben vorbereiten werden. Selbstverständlich wird aber auch dort der Teamgeist nicht zu kurz kommen.

Wenn man im Winter ganz vorne dabei ist, will man am Ende sicher nicht Dritter oder Vierter werden. Wir wollen Platz 1 holen oder im schlechtesten Fall die Relegation zur Landesliga erreichen. Die Mannschaft, das Umfeld und vor allem der aus seinem Amt des Sportlichen Leiters ausscheidende Reiner Geier hätten es verdient, endlich wieder Landesliga-Luft im Wildpark zu schnuppern.

Aber wir setzen uns nicht unter Druck, und selbst, wenn wir es nicht schaffen sollten und es am Ende wieder nur zu Platz 3 oder 4 reicht, würde die Welt nicht untergehen und der Verein weiterhin bestehen."

TSV MEEDER (Platz 7 / 24 Punkte / 17 Spiele) Simon Schiller (Spielertrainer): "Zunächst einmal waren wir alle froh, dass wir wieder trainieren und spielen durften. Glücklicherweise hatte die erzwungene Corona-Auszeit bei der Mannschaft nicht zu einem Aderlass geführt. Im Vorfeld der Runde fiel es schwer, ein Gefühl zu entwickeln, wie stark die Liga dieses Jahr ist und welche Rolle wir spielen würden. Unser Auftaktprogramm kann man rückblickend wohl als dankbar bezeichnen. Beziehungsweise ist es uns eben gelungen, vorzugsweise die Heimspiele erfolgreich zu gestalten. Das sollte sich ja generell zum Trend herauskristallisieren. Auswärts war - Stand jetzt - noch nichts zu holen, das darf sich in der Rest-Serie natürlich gerne noch ändern.

Ich hoffe, dass sich die Jungs in der Winterpause erholen, um zunächst individuell und dann ab Ende Januar im Training samt Trainingslager wieder Gas zu geben. Damit wir dort weitermachen können, wo wir aufgehört haben. Mit Leon Pietsch, Joshi Pflaum und dem Veteranen Bini Geisler kommen drei Verletzte hoffentlich zurück. Sebbo Höhn, der vor der Saison zum Sprung aus der zweiten Garde ansetzte, verletzte sich leider noch vor dem eigentlichen Saisonstart schwer am Knie. Bei ihm müssen wir erstmal sehen, wie es weitergeht. Neuzugänge wird es im Winter nicht geben. Was den Sommer angeht, laufen hierzu noch Gespräche. Meine Hoffnung ist es, dass wir uns als Mannschaft so entwickeln, dass zwar andere Vereine neugierig auf unsere Spieler schauen, unsere Spieler aber weiterhin nur Augen für uns haben."

SV KETSCHENDORF (Platz 12 / 16 Punkte / 16 Spiele) Patrick Schuberth (Spielertrainer): "Wenn wir beim SVK ein Resümee ziehen, beurteilen wir nicht nur die sportliche Situation. Für uns ist es wichtig, dass der Verein intakt ist, die Mädels und Jungs gerne am Vereinsleben teilhaben. Das ist sicher der Fall - und deshalb sind wir alles in allem, gerade in der aktuellen schwierigen Pandemie-Phase, wirklich sehr zufrieden. Die Struktur des Vereins passt.

Wir haben für den Fußball perfekte Rahmenbedingungen geschaffen. Die Vorstandschaft wurde mit jungen Leuten erweitert. Das Trainer- und Betreuer-Team im Herrenbereich steht bereits jetzt für die Saison 2022/2023. Zudem haben nahezu alle Spieler des Kaders für die kommende Saison ihr Bleiben zugesagt. Darüber hinaus laufen interessante Gespräche mit Spielern. Wir hoffen, den Kader mit motivierten und vom Charakter passenden Leuten ergänzen zu können. Wenn wir das Bezirksliga-Team betrachten, können wir auch sportlich zufrieden sein. Man darf nicht vergessen, dass wir uns erst in unserem zweiten Jahr in dieser Liga befinden. Unser Ziel ist der Klassenerhalt, und hier sind wir mit sieben Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz voll im Soll. Wir haben wirklich sehr gute Spiele gemacht, aber auch weniger gute oder auch ganz schlechte - da sind wir ehrlich zu uns.

Ich denke, es geht nahezu allen Teams in der aktuellen Zeit ähnlich: Wir mussten von Woche zu Woche aufgrund von Verletzungen, Krankheit und anderen Dingen mit einem anderen Kader an den Start gehen. Wir haben in der Hinrunde alleine in der ersten Mannschaft 28 Spieler eingesetzt.

Einerseits wünscht man sich als Coach, auch mal zwei bis drei Wochen mit der gleichen Elf zu starten, andererseits ist es vielleicht genau unsere Stärke, einen so breiten Kader zu haben. Es ist unser Ziel und Anspruch, uns unabhängig vom Tabellenplatz sportlich weiterzuentwickeln. Hierauf wird in der Wintervorbereitung der Fokus liegen, und dann sehe ich der Zukunft des SVK positiv entgegen.

Ich hoffe, wir können die Vorbereitung wie geplant durchziehen. Es wäre wirklich eine Katastrophe, wenn es nach der langen Winterpause wieder nur eine kurze vierwöchige Vorbereitung geben würde und dann innerhalb kürzester Zeit die restlichen Spiele durchgezogen werden müssen. Hiervor habe ich etwas Angst, da dann die Verletzungen vorprogrammiert sind und die Motivation der Spieler in den Keller geht. Hier hoffe ich, dass der Verband gerade im Amateurfußball etwas sensibler reagiert, wie dies in der Vergangenheit oftmals der Fall war."

FC Mitwitz (Platz 11 / 17 Punkte / 16 Spiele) Harald Weißbrodt (Fußball-Abteilungsleiter): "Wir haben das Glück, dass drei Mannschaften in diesem Jahr viel weniger Punkte holen. Und zwar die drei Schlusslichter der Liga TSV Ebensfeld, TSV Marktzeuln und DJK Lichtenfels. Aber es müssen schon noch zehn bis zwölf Punkte her, dann wären wie zumindest schon mal die gröbsten Abstiegssorgen los. Wir hatten auf einen Platz im gesicherten Mittelfeld spekuliert. Das können wir auch noch erreichen. Grund, warum es bisher noch nicht ganz für dieses Ziel gereicht hat, ist vor allem unser Verletzungspech. Neben Langzeitverletzten wie Luis Te Kloot und Lukas Föhrweiser (beide Kreuzbandriss) sind punktuell immer neue Ausfälle dazugekommen. Aber ich bin mir sicher, dass die Mannschaft ohne die vielen Ausfälle mehr erreicht hätte als 17 Punkte. Dem Team kann man keinen Vorwurf machen, aber irgendwann hat eben die Qualität gefehlt. Unsere Hausaufgaben haben wir gemacht. Wir haben die drei Letztplatzierten besiegt.

Das letzte Spiel vor der Winterpause beim TSV Meeder ging hingegen komplett in die Hose. Da hat gar nichts gepasst an diesem Tag. Der Platz, das Wetter, wir gingen personell auf dem Zahnfleisch und der Gegner war voll motiviert. Bei dieser 0:4-Pleite waren wir chancenlos. Auf unseren Torwart Jan Winterstein ist Verlass und in der Abwehr stehen wir sicher. Das große Manko liegt in der Offensive. Wir haben nur 22 Treffer geschossen, in den letzten drei Partien gingen wir sogar leer aus. Es hapert vor allem in der Chancenverwertung. Uns fehlt eben ein Knipser und das schon seit zwei, drei Jahren. Wenn sich etwas Passendes ergeben sollte, greifen wir zu. Aber wir sind nicht aktiv auf der Suche. Ersatztorwart Kevin Sünkel wechselt im Winter in die Kreisklasse zum TSV Wilhelmsthal. oph/dob