In geistiger und körperlicher Frische konnte das Ehepaar Anna-Maria, genannt Marianne, und Eugen Wohlfahrt in Gemeinfeld den 65. Jubiläumstag seiner Hochzeit begehen. In die große Zahl der Gratulanten reihten sich Landrat Wilhelm Schneider und der Bürgermeister von Burgpreppach, Hermann Niediek, ein. Im christlichen Glauben tief verwurzelt, feierte das Jubelpaar den Tag der eisernen Hochzeit mit einem Dankgottesdienst in der Kirche von Gemeinfeld, wo es am 9. November 1953 vor dem Traualter gestanden hatte.

In einem Haus mit der Tochter

Für die damalige Zeit recht weit, nämlich bis nach Roßdach bei Scheßlitz, hat sich Eugen Wohlfahrt mit dem Fahrrad auf den Weg zu seiner Braut gemacht, doch beide haben den Schritt für ein gemeinsames Leben nie bereut. Sechs Kindern hat das Jubelpaar das Leben geschenkt, vier Buben und zwei Mädchen. Inzwischen sind elf Enkel und vier Urenkel hinzugekommen. Zwar leben die beiden mit Tochter Silke in einem Haus, und sie sind für deren Beistand sehr dankbar, doch die Jubilare können sich noch weitgehend selbst versorgen.

In der Anfangszeit ihrer Ehe führten sie noch gemeinsam eine kleine Landwirtschaft, doch bald konnten sie damit nicht mehr die Familie ernähren. Also ging Eugen Wohlfahrt bei einer Baufirma in Aidhausen arbeiten, seine Frau Marianne versorgte Stall, Tiere, Garten und was sonst noch nötig war. Und dann waren da ja noch die sechs Kinder, die sie mit viel Zuwendung ins Leben begleitete.

Eugen Wohlfahrt, inzwischen 88 Jahre alt, versorgt noch kleine Tiere und kümmert sich um den Brennholznachschub. Gute Dienste leistet ihm der Traktor, wie er sagt: sein ihm lieb gewordenes "Eicherla", Baujahr 1956, 16 PS. Seine um drei Jahre jüngere Frau kümmert sich um den Garten, ums Kochen und "halt um mei Bluma".

Im Leben der Dorfgemeinschaft waren beide immer aktiv, wenn auch nicht so gerne in vorderster Linie. Mehr als 50 Jahre ist Eugen Wohlfahrt im Obst- und Gartenbauverein dabei, war auch mal für kurze Zeit Erster Vorsitzender und ist heute Ehrenmitglied. Auch in der Feuerwehr und im Wasserzweckverband war er engagiert.

Dankbar empfindet es Eugen Wohlfahrt noch heute, dass er nicht wie seine drei Brüder und sogar noch der Vater in den Krieg hat einrücken müssen, auch wenn alle vier unversehrt zurückgekommen sind.

Voller Stolz verkündet Anna-Maria Wohlfahrt, dass sie in der Familie etwa so lang, wie sie verheiratet sind, den Fränkischen Tag lesen. ka