"Ich habe einen schweren Fehler in meinem Leben gemacht, als ich den Brief an Präsident Roosevelt mit der Empfehlung zum Bau von Atombomben unterzeichnete; aber es gab eine gewisse Rechtfertigung dafür, die Gefahr, dass die Deutschen welche bauen würden." So lautet ein Zitat Albert Einsteins zu seinem Beitrag zum Bau der ersten Atombombe. Und es zeigt das Dilemma einer ganzen Reihe von Physikern, die im 20. Jahrhundert glaubten, mit der Atombombe die Weltprobleme lösen zu können. Der elsässisch-französisch-belgische Autor Éric-Emmanuel Schmitt (*1960) schreibt seit 1991 für das Theater. Schon für sein zweites Stück "Le Visiteur" über Sigmund Freud, das beim Theaterring schon zu sehen war, erhielt er 1993 den Prix Molière. Immer wieder beschäftigt sich Schmitt mit großen Denkern und ihren Konflikten mit dem realen Leben, mit den Weltreligionen wie etwa in "Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran", 1999, das auch schon im Kurtheater zu sehen war.
Schmitt bringt in seinem Stück drei Männer in Princeton zusammen, wo Einstein wohnte: einen Vagabund, der einen Sohn im Krieg verloren hat und deswegen die Deutschen hasst; Einstein, weltberühmter Wissenschaftler, ein Deutscher, der vor den Nazis in die USA geflohen ist; und Simpson, einen Agent des FBI, der in diesem Deutschen roten Verrat wittert, sein Judentum für eine Tarnung des Bolschewismus hält und den Vagabunden erpresst, Einstein zu bespitzeln. Die Uraufführung von "Einsteins Verrat" war ein großer Publikumserfolg im Berliner Schlossparktheater und ist nun im 2. Jahr auf Tournee. Am Mittwoch, 27. April, um 19.30 Uhr kommt die Inszenierung ins Bad Kissinger Kurtheater. Paul Becker führte Regie. Den Einstein spielt Matthias Freihof, der sowohl an Deutschlands großen Theatern als auch im Fernsehen zu sehen war. Den Vagabunden spielt der beim Theaterring seit Jahrzehnten bestens bekannte Volker Brandt.
Karten gibt es in der Tourist-Information im Arkadenbau und im Alten Rathaus, unter E-Mail kissingen-ticket@badkissingen.de und Tel.: 0971/ 804 84 44. red