Schülerinnen und Schüler mit mittlerem Bildungsabschluss haben auch im kommenden Schuljahr wieder die Möglichkeit, über die sogenannte Einführungsklasse die allgemeine Hochschulreife zu erwerben. "Die Einführungsklasse ist die Gelenkklasse hin zur Oberstufe am Gymnasium", erklärt Ulrike Endres, Schulleiterin am Caspar-Vischer-Gymnasium. Dort nämlich wird alljährlich diese Chance für junge Menschen angeboten, die ihr Potenzial erst in der oberen Mittelstufe entdeckt oder entwickelt haben. "Ich war auch so ein Spätzünder", erzählt Christian Michel, der nach seinem Realschulabschluss in die Einführungsklasse wechselte und jetzt in der Q12 kurz vor seinem Abitur steht. Für die Einführungsklasse am Gymnasium und gegen die Fachoberschule hat er sich entschieden, da er einen neuen Pfad begehen und sich nicht auf einen Fachbereich festlegen wollte, "und für das allgemeine Abitur hätte ich so oder so nochmal drei Jahre draufpacken müssen." Er wird ein duales Studium in "Digital Business Management" absolvieren und brauchte dafür das allgemeinbildende Abitur. Er sei auch nicht der Typ, der 1:1 lerne, das am Gymnasium übliche Vermitteln von Transferwissen komme ihm da entgegen. "Außerdem hat es mich gereizt, Spanisch als zweite Fremdsprache zu lernen."

Gezielte Förderung

Schüler, die an der Real-, Wirtschafts- oder Mittelschule bereits Französisch als Zweitsprache hatten, können dies in der Einführungsklasse weiter belegen und zur Oberstufe dann abwählen. Schülern, die noch keine zweite Fremdsprache hatten, bietet sich die Möglichkeit, als Spätbeginner Spanisch zu wählen. "Diese Sprache lernen die Schüler dann bis zum Ende der Oberstufe", sagt Ulrike Endres. Sie sieht in der Einführungsklasse viele Vorteile für Schüler, die die allgemeine Hochschulreife erwerben wollen. "Die Schüler werden dort abgeholt, wo sie gerade stehen, sie erhalten gezielte Förderung und werden von Anfang an ins Schulleben eingebunden."

Das empfand auch Stefan Langhammer so, der ebenfalls die Einführungsklasse besuchte und in Kürze sein Abitur machen wird. "Ich hatte zwar den Schnitt fürs Gymnasium, war aber damals noch nicht so weit." Als er ans CVG kam, fühlte er sich gleich vollständig aufgenommen, integriert und nie benachteiligt. "Fächer wie Religion, Wirtschaft, Sport, Musik oder Kunst werden ohnehin in gemischten Klassen unterrichtet", sagt er. Nach seinem Abitur will der junge Mann gerne Medizin studieren, zuvor will er aber noch eine Ausbildung zum Notfallsanitäter absolvieren.

"Der Unterschied zur Fachoberschule ist, dass man in der gymnasialen Oberstufe nicht an eine Fachbereichswahl gebunden ist und seine Stärken betonen kann", erklärt Schulleiterin Ulrike Endres. Seit dem Schuljahr 2013/14 werde die Einführungsklasse mit Erfolg am CVG angeboten, auch die aktuellen Zehntklässler seien von ihrer Entscheidung absolut überzeugt.

Für den Besuch der Einführungsklasse gibt es natürlich auch ein paar Voraussetzungen zu erfüllen. "Zwar sollte die Durchschnittsnote für Mathematik, Deutsch und Englisch im Zwischenzeugnis der aktuellen zehnten Klasse nicht schlechter als 3,0 sein", erklärt die Schulleiterin, ausschlaggebend sei aber das Gutachten der bisher besuchten Schule in Form einer Bestätigung der "uneingeschränkten Eignung" für den Bildungsweg des Gymnasiums.

Stichtag 28. Februar

Das Formular für die Voranmeldung ist auf der Homepage des Caspar-Vischer-Gymnasiums zu finden. Dieses ist zusammen mit einer Kopie des Zwischenzeugnisses bis zum 28. Februar am CVG abzugeben. "Diese Voranmeldung ist wichtig auch im Hinblick auf das Zustandekommen einer Einführungsklasse", betont Schulleiterin Endres. Die endgültige Anmeldung erfolgt dann mit dem entsprechenden Gutachten am Schuljahresende.

Das Sekretariat des Caspar-Vischer-Gymnasiums ist in der Ferienwoche jeweils von 10 bis 12 Uhr besetzt. Weitere Informationen gibt es unter der Telefonnummer 09221/750010 oder auf der Homepage der Schule (www.cvg-kulmbach.de).