Rossach — Die Dorferneuerung und die Erweiterung des Kelterhauses waren die zentralen Themen bei der Hauptversammlung der Dorfgemeinschaft im Feuerwehrhaus. Deutlich wurde dabei, dass der Verein das Kelterhaus längerfristig nutzen möchte. Das Gebäude - das im Eigentum der Dorfgemeinschaft ist - soll im Rahmen der Dorferneuerung um rund zweieinhalb Meter in Richtung "i-Punkt" verlängert werden.
Die Gemeinde will als Bauträger rund 115 000 Euro ausgeben. Der Verein hingegen möchte in den nächsten Jahren eine Wasch- und Mahlanlage für das Kelterhaus anschaffen.
Der Vorsitzende, Andreas Lorenz, berichtete über die Probleme beim Frühlingsmarkt. Der Verein hat ein Banner erstellen lassen, kann man dieses aber am bisherigen Platz an der B4 auf Grund einer Verordnung des Landratsamtes nicht mehr aufhängen. "Wir sind auf der Suche nach einem geeigneten Platz", sagte Lorenz. Auch die Parkplatzprobleme am Frühlingsmarkt beschäftigten den Vorstand. In diesem Jahr - beim 30. Markt - soll eine Einbahnstraßenregelung für die Coburger Straße ab der Einfahrt "Hannebach" ausgewiesen werden. Ziel des Vereins sei es, sagte Lorenz, den Besuchern "mehr Qualität statt Quantität" zu bieten.
Lorenz kündigte an, dass die Dorfgemeinschaft den alten Bauhof nutzten möchte. Bereits im vergangenen Jahr habe man daran geglaubt, alles unter Dach und Fach zu haben. Nach einer Bedarfsumfrage der Gemeinde unter allen Ortsvereinen, die auch Interesse am alten Bauhof in der Coburger Straße haben, soll es jetzt ein Treffen geben. Die Dorfgemeinschaft favorisiere eine Nutzung zusammen mit der Feuerwehr. Mit dieser laufe auch die Materialgemeinschaft hervorragend. Wenn Dorferneuerung und die Bauhof-Nutzung abgeschlossen sind, sieht Lorenz wieder Zeit für normale Vereinsarbeit. Nach sechs Neuanmeldungen und sechs Abmeldungen kann der Verein auf 169 Mitglieder bauen.
Über die Seniorenarbeit berichtete begeistert Inge Späth. Mit Veranstaltungen wie dem Seniorenfasching, dem Oktoberfest und der Weihnachtsfeier tue der Verein viel für die Seniorenn. Die "jungen Senioren" rief die Spartenleiterin dazu auf, sich den Senioren anzuschließen.
Die Dorfgemeinschaft spendete an die Konfirmanden und Kommunionskinder aus Rossach wieder acht Obstbäume, die unter fachkundiger Leitung gepflanzt wurden - darüber informierte Marcus Fischer aus der Sparte "Garten und Natur".
Ein tolles Ergebnis brachte der an acht Tagen geöffnete Keltereibetrieb: Dabei wurden 26, 5 Tonnen Äpfel gekeltert und daraus über 18 000 Liter wertvoller Saft gewonnen. Es haben 77 Personen, die nicht dem Verein angehörten, sowie 37 Mitglieder gekeltert.
Karin Schultheiß (Spartenleiterin Kinder, Familie und Soziales) ging auf die Jugendarbeit im Verein ein. Demnach wurde der Osterbrunnen von den Kindern- und Jugendlichen geschmückt, wobei das Material zum Schmücken des Brunnens von verschiedenen Familien gespendet wurde. Interessante Zahlen hatte Schultheiß auch parat: 721 Einwohner, darunter sieben Ausländer und 110 Kinder, sind in Rossach zu Hause. Schultheiß freute sich über den stetigen Einwohner-Zuwachs. "In Rossach wird man einfach älter", stellte die Spartenleiterin fest.
Der Großheirather Bürgermeister Udo Siegel (CSU) würdigte die Arbeit des Vereins. Diese decke von Kindern bis hin zu den Senioren die gesamte Palette ab. Auch Siegel ging auf den alten Bauhof ein. Auf Grund eines Einwandes im Gemeinderat, habe man die Umfrage zur Nutzung des Geländes durchgeführt. Bei der Neugestaltung des Kelterhauses habe die Gemeinde den Architekten gewechselt, da sie mit der bis dahin gezeigten Leistung nicht zufrieden gewesen sei. Jetzt liegen die Planungen in den Händen eines ortsansässigen Architekten Bei den weiteren Planungen werde die Dorfgemeinschaft mit einbezogen. Da die Kelterei in Rossach eine "überörtliche Bedeutung" habe, sei ein Zuschuss möglich. "Ein Neubau wird nicht finanziert", betonte Siegel. Nichtsdestotrotz solle Realisierung möglichst bald erfolgen.

Dorfladen-Projekt lebt (noch)

Weiterhin berichtete Udo Siegel über den aktuellen Sachstand beim Dorfladens, der in einem Raum in der ehemaligen Gaststätte untergebracht werden soll. Schon demnächst werde eine Ortsbesichtigung in den Räumen stattfinden. "Ob ein Dorfladen entstehen wird, entscheidet der Geldbeutel eines jeden Bürgers", betonte Siegel. Denn ohne ein Startkapital von rund 40 000 sei der Dorfladen nicht zu verwirklichen. mst