"Eine Investition in Wissen bringt noch immer die besten Zinsen". Diese Worte aus der Feder eines Benjamin Franklin, der unter anderem den Blitzableiter erfand, wird wohl jeder bejahen. Und weil Veranstaltungen mit sportlichem Charakter junge Leute ansprechen, verband die zum dritten Mal stattgefundene naturwissenschaftliche "MINT-Rallye" der Fünftklässler der Viktor-von-Scheffel-Realschule beides miteinander.

Wache Sinne, logisches Denken und freilich auch durch Unterricht oder aus der Alltagserfahrung heraus erworbenes Wissen waren gefragt, um beim gesteckten Parcours möglichst viele Punkte abzustauben. Unter der Regie von Mario Fehn wurde zum Schuljahresfinale eine naturwissenschaftliche MINT-Rallye veranstaltet.

"MINT" setzt sich zusammen aus den Anfangsbuchstaben der Begriffe Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik, wird für entsprechende Unterrichtsfächer oder Berufe verwendet. Die Teams gaben sich teils lustige Bezeichnungen wie "die drei M&Ms". Und dann konnte es auch schon losgehen. Fingerspitzengefühl erforderte etwa die Übung, bei der ein Magnet mithilfe der bekanntermaßen abstoßenden Wirkung bis zur Ziellinie bewegt werden musste. Welche Gegenstände Strom leiten - diese Frage galt es zum Einheimsen von weiteren Punkten zu beantworten. Leuchtende Lämpchen signalisierten im positiven Fall einen geschlossenen Stromkreis.

Freizeitpark im Physiksaal

Fast an einen Freizeitpark erinnerte im Physiksaal die Konstruktion, die sich Studienrat Michael Blinzler hatte einfallen lassen. Hier galt es, die Reibung eines kleinen Spielzeugautos richtig einzuschätzen und dieses so zu positionieren, dass es, nach Durchfahrt eines Loopings, am Ende genau auf einem Schaumstoffbereich zum Stehen kam.

Räumliches Denken war anderswo Trumpf. So bestand eine Herausforderung darin, drei der acht Streichhölzer, die einen "Fisch" darstellen, so umzulegen, dass anschließend der Fisch in die entgegengesetzte Richtung "schwamm".

Mit "Pig Hunter" näherten sich die Schüler spielerisch dem Fach "Informatik". In Kisten oder Überraschungseier-Plastikbehältern Verstecktes galt es etwa mittels Gehör oder Tasten zu erraten. An Doc Brown aus "Zurück in die Zukunft" erinnerte das Outfit der Fünftklässler, als sie - mit weißem Kittel und Sicherheitsbrille ausgestattet - im Chemiesaal zusammen mit den Lehrerinnen Sandra Hollmach und Carolin Leikeim auf Punktejagd gingen. Zum einen war bei dieser Station mittels Diagnosestreifen der basische, neutrale oder saure PH-Wert von beispielsweise Seifenlauge oder Cola zu bestimmen. Spektakulär mutete eine weitere Aufgabe an, bei der der Bunsenbrenner zum Einsatz kam: Beim Verbrennen mancher Metalle oder ihrer Verbindungen zeigten sich charakteristische Flammenfarben, anhand derer die Verbindungen von den Schülern zu benennen waren. Bei Natrium verfärbte sich die Flamme gelb, bei Strontium rot, um hier zwei Beispiele zu nennen.

Es gab keine Verlierer

Die Neugierde auf Technik, Wissenschaft, Zahlen und naturwissenschaftlichen Vorgängen gilt es zu fördern, zu wecken, lebendig zu halten. Deshalb lohnte sich der Aufwand, den die Lehrkräfte betrieben hatten, denn mit der MINT-Rallye dürfte dies auch in ihrer dritten Auflage eindrucksvoll gelungen sein.

Verlierer gab es bei der MINT-Rallye natürlich keine. Doch deren sportlicher Charakter machte für die Fünftklässler natürlich erst den gewissen Reiz aus. Und so dürfen sich die Schülerteams, die am besten abschnitten, auf schöne Buchpreise und auf eine Ehrung am Freitag freuen, zusammen mit den erfolgreichen Teilnehmern der diesjährigen Bundesjugendspiele.