Das Thema ist bei Kunst und Sozialarbeit das gleiche: Björn Bicker beschäftigt sich mit Menschen. Mit den Umständen des Lebens. Als neuer Professor für Kulturarbeit und Community Building bringt Bicker an der Hochschule Coburg die beiden Disziplinen zusammen.

Bicker war Dramaturg unter anderem am Wiener Burgtheater und den Münchner Kammerspielen, wurde ausgezeichnet mit verschiedenen Literatur- und Theaterpreisen. Er bezeichnet das als konsequenten Schritt aus seinem bisherigen Schaffen: "Es war immer so, dass ich an der Grenze gearbeitet habe zwischen künstlerischer und sozialer Arbeit."

Einen Riesenrespekt habe er vor dem Fach, das seine Studierenden sich ausgesucht haben, erzählt er, und dass es jetzt einfach schön sei, die künftigen Sozialarbeiter im Studium zu erleben.

Er vermittelt den Studierenden, wie Kulturarbeit die Gemeinschaft und die Nachbarschaft stärken kann. "Wie kann man eine Gesellschaft formen?" Bicker hat es auf verschiedene Weise ausprobiert.

Er sucht die Vernetzung

Er lehrt Erstsemester Grundlagen der Medien und Kulturästhetik und gibt ein Schreibseminar. Und er sucht die Vernetzung mit lokalen Akteurinnen und Akteuren. Er möchte, dass der Grenzgang zwischen Sozialarbeit und Kultur in konkrete Projekte in der Region Coburg mündet.

Bicker hat Literatur, Philosophie und Rhetorik in Tübingen und Wien studiert und war fast 20 Jahre als Theatermacher, Schriftsteller, Projektentwickler, Dozent und Kurator unter anderem in München, Hamburg, Stuttgart, Zürich, Venedig und Toronto tätig. In seinem Werk geht es um die gesellschaftlichen Fragen zu Teilhabe, Partizipation, Diversität und immer wieder um Migration. "Die Globalisierung geht nicht mehr weg", sagt Bicker. "Uns bleibt nichts anderes übrig, als sie freudig anzunehmen und zu gestalten. Deshalb interessiert mich Migration so sehr: Weil es ein zentrales gesellschaftspolitisches Thema ist. Da geht es um Zusammenhalt." Und das sei eines der großen Themen - in Kunst und Sozialarbeit. red