Zum Beitrag "Wissenschaftler zur Buchwald-Trasse: ,Da müsste ganz Kulmbach vehement dagegen sein'" wird uns geschrieben: In der Wochenendausgabe der BR wird zum Thema Buchwald-Trasse Herbert Popp, Professor für Geologie, zitiert: "Da müsste ganz Kulmbach dagegen sein". Dabei stellt sich für mich die Frage: Ist es denn überhaupt vorgesehen, den Willen der Kulmbacher zu berücksichtigen? Gibt es bereits valide Bürgerbefragungen - oder entscheidet allein das Gutachten der Schlösserverwaltung im fernen München über die Zukunft der Kulmbacher Plassenburg?

"Auf Wunsch der Bürger" (Zitat: Kulmbach/Tourismus) wurde der Luitpoldbrunnen im Jahr 1994 (zuvor jahrzehntelang im Bauhof eingelagert) an seinem angestammten Platz neu errichtet und bildet seither den prunkvollen Mittelpunkt des historischen Marktplatzes. Der gesunde Menschenverstand der Bürger hat damals die absolut richtige Entscheidung getroffen!

Warum wurden bislang die Kulmbacher so wenig in die wichtige Frage der zukünftigen Erschließung der Burg einbezogen? Was passt eigentlich nicht am bisherigen Konzept und was möchte man mit einer neuen Erschließung der Burg erreichen? "Cui bono", wem nützt es?"

Wollen wir überhaupt den Massentourismus mit Bussen, über den einige andere Städte längst stöhnen? Sollen tatsächliche hunderte gesunder Bäume weichen und brutale Schneisen in den wunderbaren Buchwald geschlagen werden? Verschandelt eine Seilbahn nicht das historischen Stadtbild, auf das wir so stolz sind?

Ein Aufzug im Inneren des Burgbergs, den Professor Popp aus geologischer Sicht im Buntsandstein für realisierbar hält, wäre für mich persönlich die eleganteste Lösung. Auf diese Weise habe ich bereits im vergangenen Jahr in der Steiermark den Schlossberg von Graz mühelos erreicht. Dort führt ein Gang in den Berg, man löst für 1,70 Euro ein Ticket am Automaten und schwebt im gläsernen Aufzug nach oben. Als Alternativen gibt es die Schlossbergbahn (eine Standseilbahn), einen Treppenaufgang für Sportliche sowie eine Fahrstraße als Rettungsweg und Zufahrt für die Gastronomie. Es lohnt sich immer, über den Tellerrand zu schauen: Da Graz gleich mehrere Aufstiegsvarianten anbietet, wäre ein Erfahrungsaustausch mit der Stadtverwaltung sicher sehr aufschlussreich - auch im Hinblick auf die Kosten. Elke Reuschlein

Kulmbach