Nach einer umfangreichen Innensanierung ist die Pfarrkirche St. Johannes der Täufer Schlüsselfeld wieder geöffnet. Am zweiten Advent wurde das Gotteshaus mit einem Eröffnungsgottesdienst allen Bürgern wieder zugänglich gemacht.

Die Pfarrkirche wurde vermutlich in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts erbaut und hat seitdem zahlreiche Veränderungen und Ergänzungen erlebt, berichtet Kirchenpfleger Georg Dennert. Trotzdem strahle sie heute mit ihrer Vielfalt der Kunstrichtungen von der Strenge der Gotik über die Heiterkeit des Barocks bis hin zur zeitgenössischen Kunst eine erstaunliche Harmonie und Ruhe aus.

Den optischen Mittelpunkt bildet der barocke Hochaltar mit dem Altarbild der Verkündigung Mariens und dem reich verzierten Rokoko-Prunktabernakel von Johann-Peter Wagner. Der Hochaltar war ursprünglich für die Würzburger Universitätskirche geschaffen worden und musste nach dem Erwerb für die Schlüsselfelder Pfarrkirche erst eingepasst werden.

1994 wurde der Altarraum neu gestaltet und die gesamte Kirche grundlegend renoviert. Dabei gab es verschiedene Veränderungen im Chorraum, um für einen Zelebrationsaltar und einen Ambo aus rotem Mainsandstein großzügig Platz zu schaffen. Weihbischof Werner Radspieler setzte die Reliquien der heiligen Märtyrer Faustus und Amanda ein und weihte den neuen Volksaltar, Ambo und Taufstein.

Neue Heizung, neue Höranlage

Im Jahr 2017 wurde die Kirche von außen umfangreich saniert, die erneut notwendige Innensanierung jedoch auf das Jahr 2020 verschoben. Für die Pfarrei Schlüsselfeld gehe mit dieser Sanierung der Pfarrkirche unter der Federführung von Architektin Patricia Hanika ein großer Wunsch in Erfüllung und ein arbeitsintensives Jahr zu Ende, so Dennert. Außerdem sei es erfreulich, dass die Baustelle über acht Monate unfallfrei abgewickelt werden konnte. Allen Beteiligten gebühre großer Dank.

Der westliche Eingangsbereich wurde senioren- und behindertengerecht gestaltet. Auch eine Nische für das stille Gebet mit der Statue Maria Immaculata, Opferkerzen und einem Gedenkbuch für die Verstorbenen wurde realisiert. Die Heizung wurde erneuert. Die Bänke bekamen neue Knie- und Sitzpolster. Für Hörgeräteträger wurde eine induktive Höranlage eingebaut. Das Beleuchtungskonzept für Chor und Kirche wurde neu erstellt. Alle Heiligenfiguren sowie der Altar wurden restauriert. Die Orgel wurde gereinigt und einer Neuintonation unterzogen. Die Sakristei wurde mit einer neuen modernen Inneneinrichtung ausgestattet.

Trotz einiger zusätzlicher Maßnahmen bewege man sich mit 460 903,56 Euro nur geringfügig über der erstellten Kostenberechnung. Das ganze Projekt habe nur durch die Zuschüsse der Erzdiözese Bamberg (65 Prozent), der Stadt Schlüsselfeld (fünf Prozent) und der großen Spendenbereitschaft der Bevölkerung realisiert werden können. red